Was ist tragend?
Ein Bauteil ist tragend, wenn es Lasten aufnimmt und an das Fundament weiterleitet — Eigengewicht, Schnee, Wind, Personen oder Möbel. Tragende Bauteile bilden das konstruktive Rückgrat eines Gebäudes: ohne sie würde es einstürzen. Die Unterscheidung zwischen tragend und nicht tragend ist daher bei jedem Umbau oder Abbruch entscheidend.
Tragende Bauteile
Zu den tragenden Bauteilen gehören unter anderem:
- Tragende Wände — vertikale Wände, die Decken- und Dachlasten ableiten
- Stützen und Pfeiler — punktförmige Auflagerung von Trägern oder Decken
- Decken und Dächer — verteilen horizontale und vertikale Kräfte
- Träger und Balken — überspannen Öffnungen und tragen Dächer oder Geschosse
- Fundament — nimmt alle Kräfte schließlich auf und leitet sie an den Baugrund
Tragend versus nicht tragend
Eine nicht tragende Wand trägt nur ihr Eigengewicht und dient der Raumtrennung. Sie lässt sich ohne statische Folgen entfernen. Eine tragende Wand zu entfernen erfordert immer eine Ersatzkonstruktion (Stahlträger, Sturz oder Rahmen) und die Zustimmung eines Statikers.
Wie erkennt man eine tragende Wand?
- Dicke — tragende Wände sind meist dicker (≥ 10 cm Stein oder ≥ 15 cm Wandstärke)
- Material — Kalksandstein oder Beton deutet auf tragend hin, Gipskarton auf nicht tragend
- Lage — Wände unter Deckenbalken oder quer zur Spannrichtung sind meist tragend
- Pläne — die Konstruktionszeichnung des Gebäudes gibt Aufschluss
- Statiker — im Zweifel immer einen Fachmann hinzuziehen
Anwendung
Bei Umbauten muss vor dem Entfernen eines tragenden Bauteils stets eine statische Berechnung durch einen Statiker erfolgen, oft in Verbindung mit einer Baugenehmigung. Vorübergehendes Abstützen ist notwendig, um ein Versagen während der Arbeiten zu verhindern.
Verwandte Begriffe
- Tragfähigkeit
- Tragende Wand
- Konstruktion
- Sturz
- Statiker
- Fundament
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