Was ist physikalische und chemische Trocknung?
Physikalische und chemische Trocknung sind die beiden Mechanismen, durch die Baumaterialien trocknen oder erhärten. Bei der physikalischen Trocknung verdunstet das Wasser einfach aus dem Material, während bei der chemischen Trocknung die Feuchtigkeit durch eine Reaktion an andere Stoffe gebunden wird.
Funktionsweise
Bei der physikalischen Trocknung verlässt das enthaltene Wasser das Material durch Verdunstung, ohne dass eine chemische Reaktion stattfindet. Beispiele sind lufttrocknende Farbe, Kalkmörtel, der langsam austrocknet, und Gips, der oberflächlich antrocknet. Das Material wird fester, je weniger Wasser zurückbleibt, doch seine Zusammensetzung ändert sich nicht.
Bei der chemischen Trocknung wird die Feuchtigkeit dagegen chemisch an andere Stoffe im Material gebunden. Das Material erhärtet durch eine Reaktion. Bekannte Beispiele sind die Hydratation von Zement und Beton sowie Zweikomponentenkleber oder -farbe, die aushärten, weil ihre Komponenten miteinander reagieren. Entscheidend ist hier nicht die Verdunstung, sondern die chemische Umwandlung.
Anwendung
Die Unterscheidung ist wichtig, um Aushärtezeiten und Verarbeitungsbedingungen einzuschätzen. Physikalisch trocknende Materialien benötigen gute Belüftung und niedrige Luftfeuchtigkeit, um schnell zu trocknen. Chemisch erhärtende Materialien wie Beton brauchen dagegen oft ausreichend Feuchtigkeit, damit die Reaktion vollständig abläuft; zu schnelles Austrocknen kann die Endfestigkeit verringern. Wer weiß, welcher Mechanismus wirkt, kann besser beurteilen, wann ein Untergrund belastbar oder überstreichbar ist.
Verwandte Begriffe
- Hydratation
- Bindemittel
- Mörtel
- Grundierung
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