Nachträgliche Dämmung ist das Einbringen von Dämmstoff in ein bestehendes Gebäude, im Gegensatz zur Dämmung, die beim Neubau von vornherein mitgebaut wird. Bei Wohnhäusern geht es meist um die zweischalige Außenwand, die Kellerdecke, das Dach und die Verglasung. Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Konstruktion bereits steht: Der verfügbare Platz ist begrenzt und der bestehende Feuchtehaushalt darf nicht gestört werden.
Die vier Hauptmaßnahmen
- Kerndämmung — Mineralwolle, EPS-Granulat oder Ortschaum wird über Bohrlöcher in den bestehenden Hohlraum der zweischaligen Wand eingeblasen. Schnell ausgeführt, meist an einem Tag, und pro m² die günstigste Maßnahme
- Bodendämmung — Platten, Matten oder Sprühschaum an der Unterseite der Erdgeschossdecke, vom Kriechkeller aus ausgeführt. Beseitigt vor allem kalte Füße und Zugluft aus Fugen
- Dachdämmung — von innen zwischen und unter den Sparren oder von außen unter einer neuen Dachdeckung. Die Aufsparrendämmung ist teurer, ergibt aber eine durchgehende, wärmebrückenarme Hülle
- Bessere Verglasung — Zwei- oder Dreifachverglasung anstelle alter Isolier- oder Einfachverglasung; prüfen, ob der vorhandene Rahmen die schwerere Scheibe trägt
Kosten und Nutzen
Als grobe Orientierung, stark abhängig von Gebäude und Ausführung: Kerndämmung liegt etwa zwischen 15 und 40 Euro pro m², Bodendämmung zwischen 30 und 70 Euro pro m², Dachdämmung von rund 30 Euro pro m² (innen, in Eigenleistung) bis weit über 150 Euro pro m² bei einer Aufsparrendämmung mit neuer Eindeckung. Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt es in Deutschland die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG); Fördersätze und Bedingungen ändern sich regelmäßig — die aktuellen Angaben stehen bei der BAFA und der KfW.
Zu beachten
- Erst Fugen dichten, dann dämmen. Dämmung in einer zugigen Hülle bringt deutlich weniger als berechnet
- Hohlraum vorher prüfen. Eine endoskopische Untersuchung muss Schalenabstand, Verschmutzung, Mörtelbrücken und Feuchte zeigen. Eine schlagregendurchlässige Wand ist ungeeignet
- Lüftung mitdenken. Ein besser gedämmtes, luftdichteres Haus braucht mehr Lüftung, nicht weniger
- Feuchte und Dampfbremse. Bei Zwischensparrendämmung ist eine luftdicht angeschlossene Dampfbremse auf der warmen Seite zwingend; ohne sie fällt Tauwasser im Dämmpaket an
- Von oben nach unten arbeiten. Dach und Verglasung liefern in der Regel den größten Komfortgewinn pro Euro
Verwandte Begriffe
- Kerndämmung
- Bodendämmung
- Dachdämmung
- Dampfbremse
- Wärmebrücke
- Luftdichtheit
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