Was ist Phasenverschiebung?

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Was ist Phasenverschiebung?

Die Phasenverschiebung ist die Zeit, die Wärme braucht, um durch eine Bauschicht – etwa Dach oder Fassade – zu dringen. Eine große Phasenverschiebung bedeutet, dass die Mittagshitze erst abends im Wohnraum ankommt, wodurch die Innentemperatur stabiler bleibt.

Warum ist die Phasenverschiebung wichtig?

Im Winter schützt die Dämmung gegen Wärmeverlust – dann ist der U-Wert entscheidend. Im Sommer spielt etwas anderes eine Rolle: die Temperaturschwankung zwischen Tag und Nacht. Ein Gebäude mit guter Phasenverschiebung:

  • Wird mittags nicht schnell heiß – die Wärme “wartet” in der Konstruktion
  • Gibt Wärme nachts ab – wenn es draußen kühler wird
  • Benötigt weniger Kühlung – energiesparender Komfort
  • Hat ein stabileres Raumklima – weniger Temperaturspitzen

Anwendung

Die Phasenverschiebung wird vor allem wichtig bei:

Bauteil Empfohlene Phasenverschiebung
Steildach mindestens 8 Stunden
Flachdach mindestens 10 Stunden
Südfassade mindestens 6 Stunden
Schlafzimmerwand mindestens 8 Stunden

Materialien im Vergleich

Die Phasenverschiebung hängt von spezifischer Wärmekapazität und Dichte des Dämmstoffs ab:

Material Dichte kg/m³ Phasenverschiebung bei 20 cm
EPS 15–30 4–5 h
PIR/PUR 30–40 4–5 h
Glaswolle 16–40 5–6 h
Steinwolle 60–150 7–8 h
Zellulose 35–60 9–11 h
Holzfaser 50–250 10–14 h
Stroh 90–110 11–13 h

Kombination mit U-Wert

U-Wert (Winter) und Phasenverschiebung (Sommer) sind beide wichtig. Natürliche und schwere Dämmstoffe haben oft eine höhere Phasenverschiebung, während leichte Kunststoffdämmung bei dünner Dicke einen guten U-Wert liefert, aber wenig sommerlichen Hitzeschutz.

Optimal planen

Für guten Sommerkomfort spielen neben Dämmung eine Rolle:

  • Innen liegende Masse – Beton- oder Lehmwände speichern Wärme
  • Außenliegender Sonnenschutz – verhindert direkte Einstrahlung
  • Nachtlüftung – kühlt die Masse nachts
  • Reflektierende Dachhaut – weniger Absorption

Beispiel: Schweres Dachpaket

Ein Steildach für Sommerkomfort:

  1. Ziegel – obere Schicht
  2. Diffusionsoffene Unterspannbahn – schützend
  3. Konterlattung und Lattung – Luftschicht
  4. Holzfaserplatten 24 cm – hohe Phasenverschiebung
  5. Dampfbremse – luftdicht
  6. Gipsplatte – Innenausbau

Berechnung

Die ingenieurmäßige Formel:

t ≈ d × √(ρ × c / 2λπω)

Mit:
– d = Dicke (m)
– ρ = Dichte (kg/m³)
– c = spezifische Wärmekapazität (J/kg·K)
– λ = Wärmeleitfähigkeit (W/m·K)
– ω = Kreisfrequenz des Tages

In der Praxis werden Tabellen oder Softwaretools verwendet.

Verwandte Begriffe

  • U-Wert
  • Dämmung
  • Holzfaserplatte
  • Zellulose
  • Klimaadaptiv

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