Linoleum ist ein Bodenbelag aus oxidiertem Leinöl, Naturharzen, Holz- oder Korkmehl, Kalksteinmehl und Pigmenten, aufgebracht auf einen Träger aus Jute. Der Name stammt vom lateinischen linum (Flachs) und oleum (Öl).
Das Material wurde um 1860 von dem Engländer Frederick Walton entwickelt, der das Verfahren patentieren ließ. Es ist damit einer der ältesten industriell hergestellten Bodenbeläge, die noch immer produziert werden.
Linoleum ist kein Vinyl
Das ist die häufigste Verwechslung. Vinyl (PVC) ist ein Kunststoff auf Erdölbasis; Linoleum besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Im Laden sehen sie sich ähnlich, verhalten sich aber anders:
| Linoleum | Vinyl (PVC) | |
|---|---|---|
| Rohstoff | Leinöl, Harz, Holzmehl, Jute | Petrochemischer Kunststoff |
| Farbe | Durch die volle Stärke | Meist eine dünne Druckschicht mit Nutzschicht |
| Verschleiß | Verschleißt gleichmäßig, Muster bleibt | Bei Durchlauf ist der Druck weg |
| Feuchte | Juterücken feuchteempfindlich | Unempfindlich |
| Alkali | Schlecht laugenbeständig | Gut beständig |
| Am Lebensende | Weitgehend biologisch abbaubar | Kunststoffabfall |
Marmoleum ist ein Markenname für Linoleum, kein eigener Werkstoff.
Eigenschaften
- Verschleißfest und langlebig. Bei guter Pflege hält ein Linoleumboden im Wohnhaus problemlos zwanzig Jahre und länger, im Objektbereich oft erheblich länger.
- Durchgefärbt. Ein Kratzer oder eine Laufspur zeigt nicht sofort eine andere Farbe darunter.
- Von Natur aus bakterienhemmend durch das Leinöl, was Linoleum zur klassischen Wahl in Krankenhäusern und Schulen macht.
- Fußwarm und leicht federnd, was langes Stehen angenehmer macht.
- Rauchentwicklung und Brandverhalten sind gegenüber vielen Kunststoffbelägen günstig.
Nachteile gibt es ebenfalls: Linoleum ist empfindlich gegen dauerhafte Feuchte von unten, kann anfangs einen leichten Leinölgeruch mitbringen, der nach einigen Wochen verschwindet, und zeigt den sogenannten Reifungsschleier — einen gelblichen Schleier, der kurz nach der Lieferung sichtbar sein kann und unter Tageslicht von selbst verschwindet.
Ausführungen und Stärke
Linoleum wird als Rollenware (üblicherweise 200 cm breit), als Fliese und als Klickelement auf HDF-Träger geliefert. Die gängigen Stärken liegen bei etwa 2 bis 4 mm: rund 2 bis 2,5 mm für Wohnungen, 3,2 mm und mehr für stark begangene Bereiche.
Verlegen
- Der Untergrund muss eben, trocken und sauber sein. Linoleum ist dünn und zeichnet jede Unebenheit und jedes Körnchen darunter ab. In nahezu allen Fällen ist eine Spachtelung erforderlich.
- Die Restfeuchte messen. Auf einem Estrich, der noch Feuchte enthält, greift alkalische Feuchte von unten den Juterücken an und der Belag löst sich. Das ist die wichtigste Schadensursache.
- Vollflächig verkleben ist der Standard für Rollen- und Fliesenware. Nur die Klickvarianten liegen schwimmend.
- Akklimatisieren lassen. Mindestens 24 Stunden ausgerollt im Raum bei Raumtemperatur, vor dem Verlegen.
- Nähte verschweißen. In Nassräumen und im Objektbereich werden die Nähte mit einer Schweißschnur zu einer geschlossenen Fläche verschweißt.
Pflege
Saugen oder kehren und mit einem nur leicht feuchten Wischer nehmen. Niemals stehendes Wasser belassen und niemals einen stark alkalischen Reiniger (hoch konzentrierte Schmierseife, Ammoniak, Rohrreiniger) verwenden — Lauge greift das Leinöl an. Es gibt eigens für Linoleum bestimmte Pflegemittel, die die Schutzschicht erhalten.
Verwandte Begriffe
- Leinöl
- Vinylboden
- Spachtelmasse
- Estrich
- Jute
- Kork
- Schwimmender Estrich
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