Was ist Leichtbeton?

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Leichtbeton ist Beton, bei dem der übliche Kies durch leichte Zuschläge ersetzt wurde, etwa Blähton, Bims, Lava oder Perlit. Durch die Poren in diesen Körnern wiegt der Beton deutlich weniger als Normalbeton und dämmt besser — auf Kosten der Druckfestigkeit.

Nach der Betonnorm EN 206 gilt Beton als Leichtbeton, wenn die Trockenrohdichte zwischen etwa 800 und 2000 kg/m³ liegt. Normaler Konstruktionsbeton liegt mit rund 2200 bis 2400 kg/m³ deutlich darüber.

Eigenschaften

  • Geringeres Gewicht. Weniger Eigenlast auf der Gründung, leichtere Decken, handlichere Steine.
  • Bessere Dämmwirkung. Die Wärmeleitfähigkeit von Leichtbetonsteinen liegt grob in der Größenordnung von 0,7 bis 1,0 W/(m·K) — besser als Normalbeton, aber weit schlechter als ein echter Dämmstoff. Leichtbeton ist ein tragender Baustoff, der nebenbei etwas dämmt, kein Dämmstoff.
  • Geringere Druckfestigkeit. Würfeldruckfestigkeiten gängiger Leichtbetonprodukte liegen üblicherweise in der Größenordnung von 8 bis 25 N/mm², je nach Rohdichte und Zusammensetzung.
  • Porös. Leichtbeton nimmt Wasser auf. Außen als Vormauerschale eingesetzt braucht er stets eine wasserdichte, mineralische Beschichtung; ungeschützt eignet er sich nicht als Außenwand.
  • Gut zu bearbeiten. Sägen, Bohren und Fräsen geht leichter als bei Normalbeton — praktisch für Leitungsschlitze.

Anwendungen

  • Innenwände, tragend wie nichttragend, meist in Form von Leichtbetonsteinen.
  • Trennwände, wo Schallmasse und Feuerwiderstand gewünscht sind, ohne das Gewicht von Kalksandstein.
  • Decken und Dachdecken, wo das Eigengewicht kritisch ist, etwa bei einer Aufstockung.
  • Auffüllung und Ausgleich, etwa als leichte Schüttung auf einer bestehenden Decke mit begrenzter Tragfähigkeit.

Steine und Elemente gibt es in verschiedenen Dicken, von etwa 70 mm für leichte Trennwände bis rund 240 mm für tragende Wände.

Nicht mit Porenbeton verwechseln

Porenbeton (Gasbeton, die bekannten weißen Steine) ist kein Leichtbeton im obigen Sinne. Dort entsteht die Leichtigkeit durch Gasblasen im Betongefüge selbst, nicht durch leichte Zuschlagkörner, und die Rohdichte liegt meist deutlich niedriger. Porenbeton dämmt besser, ist aber auch schwächer und noch saugfähiger.

Verarbeitungshinweise

  • Den passenden Kleber oder Mörtel verwenden. Für Leichtbetonsteine gibt es Dünnbettmörtel; gewöhnlicher Mauermörtel in dicker Fuge macht die Wand schwerer und wärmetechnisch schlechter.
  • Befestigen erfordert Sorgfalt. Ein einfacher Schlagdübel hält in porösem Material schlecht. Dübel für Hohl- oder Porenbaustoffe verwenden und schwere Lasten (Küchenschränke, Wand-WC) möglichst an einer durchgehenden Konstruktion aufhängen.
  • Vor dem Putzen vornässen. Poröser Leichtbeton entzieht dem Putz Wasser, was zu Rissen führt. Die Vorbehandlungsvorschrift des Putzherstellers befolgen.
  • Außen immer beschichten. Ohne wasserdichte Beschichtung saugt sich die Wand voll und wird bei Frost zerstört.
  • Vernünftig heben. „Leicht” ist relativ: ein 240 mm starker Leichtbetonstein reicht immer noch, um sich den Rücken zu ruinieren.

Verwandte Begriffe

  • Blähton
  • Porenbeton
  • Würfeldruckfestigkeit
  • Beton
  • Estrich
  • Wärmedurchlasswiderstand
  • Bewehrung

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