Was ist eine Apsis?
Eine Apsis (auch Absis genannt) ist ein halbrunder oder vieleckiger Anbau am Ende eines Kirchenschiffs, überwölbt mit einer Halbkuppel (Koncha). Die Apsis bildet traditionell den liturgischen Höhepunkt des Kirchengebäudes — hier stand der Altar und fand der Gottesdienst statt.
Ursprung
Die Apsis stammt aus der römischen Architektur. In der römischen Basilika (einem öffentlichen Gebäude für Rechtsprechung und Handel) befand sich die Apsis am Kopfende, wo der Richter seinen Sitz hatte. Als die frühen Christen die Basilikaform für ihre Kirchengebäude übernahmen, wurde die Apsis zum Ort des Altars und des Bischofsstuhls.
Anwendung
Die Apsis kommt in verschiedenen Formen vor:
- Halbrunde Apsis — die häufigste Form, besonders in der romanischen und frühchristlichen Architektur
- Vieleckige Apsis — in der Gotik wurde die Apsis oft drei- oder fünfseitig geschlossen
- Gerader Chorabschluss — manche Kirchentypen (wie die Zisterzienserkirchen) haben eine gerade Rückwand anstelle einer Apsis
- Dreiapsidensystem — drei Apsiden nebeneinander, eine am Chor und zwei am Querhaus
Konstruktion
Die Apsis wird von einer Halbkuppel, der sogenannten Koncha oder Kalotte, überdeckt. In romanischen Kirchen ist diese oft mit Fresken bemalt. Die Mauern der Apsis sind häufig mit Nischen, Blendbögen oder Fenstern versehen.
Verwandte Begriffe
- Absidiole
- Chor
- Gewölbe
- Basilika
- Querhaus
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.