Eine Kombiwand ist eine erdstützende Konstruktion, die aus schweren Stahlrohrpfählen mit dazwischen eingesetzten Spundwandbohlen besteht.
Aufbau und Funktionsweise
Eine Kombiwand vereint die Vorteile von Rohrpfählen und Spundwandbohlen in einem einzigen System. Die tragenden Hauptelemente sind großdimensionierte Stahlrohrpfähle, die in regelmäßigen Abständen in den Boden eingebracht werden. Zwischen diesen Primärelementen werden leichtere Spundwandbohlen als Zwischenelemente eingesetzt, die den Erdruck aufnehmen und die Dichtigkeit der Wand gewährleisten.
Die Rohrpfähle übernehmen dabei den Großteil der vertikalen und horizontalen Belastungen, während die Spundwandbohlen für den Erdabschluss sorgen. Durch diese Kombination erreicht die Wand eine höhere Biegesteifigkeit als eine reine Spundwand, bei gleichzeitig geringerem Materialeinsatz als eine vollständige Bohrpfahlwand.
Anwendung
Kombiwände kommen vor allem bei tiefen Baugruben, Kaimauern und Uferbefestigungen zum Einsatz. Typische Anwendungsbereiche sind:
- Hafenbau und Kaianlagen, wo große Wassertiefe und hohe Belastungen auftreten
- Tiefe Baugruben im innerstädtischen Bereich mit begrenztem Platzangebot
- Hochwasserschutzwände entlang von Flüssen und Küsten
- Tunnelbauprojekte, bei denen temporäre Stützwände erforderlich sind
Die Wand kann verankert oder ausgesteift werden, je nach Tiefe der Baugrube und den vorhandenen Bodenverhältnissen. In wasserführenden Böden dient sie zusätzlich als Dichtungselement.
Verwandte Begriffe
- Stahl
- Konstruktion
- Fundament
- Bewehrung
- Beton
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