Kolloidalbeton ist Beton, der unter Wasser eingebracht wird und durch spezielle Zusatzmittel vor dem Auswaschen des Zements geschützt ist.
Wie funktioniert Kolloidalbeton?
Herkömmlicher Beton verliert beim Einbau unter Wasser einen erheblichen Teil seines Zementleims — das umgebende Wasser wäscht die feinen Partikel aus, was zu Festigkeitsverlust und Trübung führt. Kolloidalbeton enthält sogenannte AWA (Anti-Washout-Admixtures), meist auf Basis von Cellulose-Ethern oder Acrylpolymeren. Diese Zusatzmittel erhöhen die Viskosität des Zementleims und bilden ein stabiles kolloidales System, das den Zement auch bei direktem Wasserkontakt an Ort und Stelle hält.
Die Mischung zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Hohe Kohäsion — Der Beton bleibt zusammenhängend und entmischt sich nicht.
- Geringe Auswaschung — Weniger als 2 Prozent Zementverlust im Vergleich zu 30 Prozent bei Normalbeton unter Wasser.
- Gute Fließfähigkeit — Trotz der erhöhten Viskosität lässt sich der Beton per Pumpe oder Schüttrohr einbringen.
Anwendung
Kolloidalbeton wird überall dort eingesetzt, wo eine trockene Baugrube nicht möglich oder unwirtschaftlich ist:
- Unterwasser-Fundamente für Brückenpfeiler und Hafenmauern
- Verfüllung von Unterwassergräben bei Leitungsverlegungen
- Reparaturen an Schleusen, Wehren und Kaimauern
- Verpressung unter bestehenden Fundamenten zur Untergrundverbesserung
Der Einbau erfolgt meist über Contractor-Pumpen oder im Schüttrohrverfahren (Tremie-Verfahren), um Turbulenzen zu minimieren.
Verwandte Begriffe
- Beton
- Mörtel
- Fundament
- Bewehrung
- Konstruktion
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