Ein Kassettenboden (auch Kassettendecke genannt) ist eine Deckenkonstruktion, bei der die Unterseite ein rasterformiges Muster aus sich kreuzenden Rippen aufweist. Zwischen den Rippen entstehen quadratische oder rechteckige Vertiefungen, die sogenannten Kassetten. Diese Bauweise ermoglicht grosse Spannweiten bei verhaltnismassig geringem Eigengewicht.
Konstruktion und Aufbau
Die Kassettendecke besteht aus einer dunnen oberen Platte, die von einem Raster aus Rippen in zwei Richtungen getragen wird. Die Rippen bilden zusammen ein Gitter, das die Lasten effizient zu den Stutzpunkten ableitet. In der Regel wird die Konstruktion in Stahlbeton oder Spannbeton ausgefuhrt.
Fur die Herstellung werden haufig Kunststoff- oder Polystyrolformen als verlorene Schalung verwendet. Diese Formen erzeugen die charakteristischen Vertiefungen an der Deckenunterseite. Die Rippenbreite liegt typischerweise zwischen 100 und 150 mm, der Achsabstand zwischen 600 und 900 mm. Je nach Spannweite und Belastung betragt die Gesamtdeckenstarke 250 bis 600 mm.
Bei Fertigteil-Kassettendecken werden die Elemente im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert, was die Bauzeit erheblich verkurzt.
Anwendung
Kassettendecken kommen uberall dort zum Einsatz, wo grosse stutzfreie Spannweiten gefordert sind:
- Burogebaude und offentliche Bauten
- Parkhausdecken
- Einkaufszentren und Gewerbebauten
- Industriehallen
Durch das geringe Eigengewicht im Vergleich zu Massivdecken eignen sie sich besonders fur Tragwerke mit begrenzter Tragfahigkeit. Daruber hinaus wird das Kassettenmuster an der Deckenunterseite haufig als gestalterisches Element in der Architektur bewusst sichtbar belassen.
Verwandte Begriffe
- Rippendecke
- Spannbetondecke
Mehr uber Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.