Gelöschter Kalk (Calciumhydroxid, Ca(OH)₂) ist der Kalk, der entsteht, wenn gebrannter Kalk mit Wasser gelöscht wird, und der im Bauwesen zu Kalkmörtel, Putz und Kalkfarbe verarbeitet wird. Es ist ein jahrhundertealtes Bindemittel, das schon zur Römerzeit verwendet wurde und bis heute bei Arbeiten an alten und denkmalgeschützten Gebäuden unverzichtbar ist.
Vom Kalkstein zum gelöschten Kalk
Der Kalkkreislauf verläuft in Stufen:
- Brennen – Kalkstein (Calciumcarbonat, CaCO₃) wird erhitzt, dabei entweicht CO₂ und es bleibt gebrannter Kalk (Branntkalk, CaO) zurück.
- Löschen – dem gebrannten Kalk wird Wasser zugesetzt; unter starker Wärmeentwicklung entsteht gelöschter Kalk (Ca(OH)₂).
- Aushärten – der verarbeitete gelöschte Kalk nimmt langsam CO₂ aus der Luft auf und wird wieder zu Kalkstein (Carbonatisierung).
Das macht Kalk besonders: Der Kreislauf schließt sich, der Mörtel verkalkt zu seiner ursprünglichen Form zurück.
Unterschied zu gebranntem Kalk
Gebrannter Kalk (CaO) liegt als Brocken oder Pulver vor, reagiert heftig und unter starker Hitze mit Wasser und ist ätzend; er muss erst gelöscht werden. Gelöschter Kalk (Ca(OH)₂) ist bereits gelöscht, stabil und in Form von Pulver oder Kalkteig direkt verarbeitbar.
Anwendung
Gelöschter Kalk wird verwendet für:
- Kalkmörtel – zum Mauern, besonders bei historischen Bauten
- Putz – diffusionsoffener, atmungsaktiver Innen- und Außenputz
- Kalkfarbe – ein matter, atmungsaktiver Anstrich
- Fugenarbeiten – bei alten Mauern, die keinen harten Zement vertragen
Kalk härtet langsam aus und bleibt etwas flexibel, sodass er Rissbildung auffängt und Feuchtigkeit entweichen lässt. Deshalb eignet er sich so gut für Denkmäler.
Verwandte Begriffe
- Kalk
- Kalkmörtel
- Mörtel
- Mauern
- Putz
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