Der Friedhofstest (niederländisch “kerkhofproef”) ist ein einfacher Feldtest, mit dem die Fäulnisbeständigkeit (Dauerhaftigkeit) einer Holzart bestimmt wird. Ein Holzpfahl — oft etwa 5 × 5 cm — wird teilweise in den Boden geschlagen, an der Grenze zwischen feucht und trocken, wo Pilze am aktivsten sind. Über die Jahre wird beobachtet, nach welcher Zeit das Holz zu faulen beginnt. Der Name erinnert an das Bild von Grabpfählen auf einem Friedhof.
Funktion
- Die Bodenlinie ist die kritischste Zone: Feuchte und Sauerstoff wechseln sich ab, ideal für holzzerstörende Pilze
- Je länger eine Art durchhält, desto höher die Dauerhaftigkeitsklasse
- Es ist ein Praxistest: die realen Bedingungen (Boden, Klima, Pilze) zählen mit, anders als im Labor
Anwendung
- Vergleich von Holzarten — etwa Hartholz wie Bangkirai gegenüber Fichte oder Kiefer
- Grundlage der Dauerhaftigkeitsklasse (Klasse 1 = sehr dauerhaft bis Klasse 5 = nicht dauerhaft) für den Erdkontakt
- Wahl von Gartenholz, Pfählen und Uferbefestigung, die teilweise im Boden stehen
Zu beachten
- Es ist ein Langzeittest; Ergebnisse kommen erst nach Jahren
- Nur das Kernholz ist dauerhaft; Splintholz fault bei fast jeder Art schnell
- Für tragendes Holz im Boden besser eine nachweislich dauerhafte oder imprägnierte Art wählen, als auf einen einzigen Test zu vertrauen
Verwandte Begriffe
- Holzfäule
- Dauerhaftigkeitsklasse
- Holzarten
- Holzschädlinge
- Accoya
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