Ikonografie ist die Lehre von der Bedeutung und Erkennung von Bildern, Symbolen und Darstellungen in Kunst und Baukunst. Während die Form eines Gebäudes oder Ornaments die bautechnische Seite ist, geht es bei der Ikonografie um den Inhalt: Was stellt ein Bild dar, welche Geschichte oder Idee vermittelt es und warum wurde es gerade dort angebracht?
Ikonografie in der Baukunst
Gebäude waren jahrhundertelang Träger von Botschaften. Bildhauerarbeiten, Glasmalerei, Fresken und Fassadenornamente waren nicht nur Schmuck, sondern auch eine Möglichkeit, Geschichten, Macht oder Glauben an ein weitgehend analphabetisches Publikum zu vermitteln.
- Religiöse Ikonografie — Heilige, biblische Szenen und Symbole (Lamm, Taube, Kreuz) an Kirchen und Kathedralen
- Weltliche Ikonografie — Wappen, Jahreszahlen, allegorische Figuren und Zunftsymbole an Rathäusern und Wohnhäusern
- Natur und Tugenden — Blumen, Tiere und Personifikationen von Tugenden als wiederkehrende Motive
Anwendung
Ikonografie ist besonders wichtig bei:
- Restaurierung — um ein Bildprogramm korrekt wiederherzustellen, muss man wissen, was es darstellt
- Bauhistorischer Forschung — Darstellungen helfen, ein Gebäude zu datieren und zu deuten
- Entwurf — Architekten wählen bewusst Symbole, die zur Funktion eines Gebäudes passen
Die Ikonografie beschreibt die Bedeutung; die Ikonologie geht einen Schritt weiter und stellt diese Bedeutung in den breiteren kulturhistorischen Zusammenhang.
Verwandte Begriffe
- Ornament
- Dekoration
- Gotik
- Fresko
- Glasmalerei
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