Bruchsteinmauerwerk ist eine Mauerwerkskonstruktion aus unregelmäßig geformten, natürlich gebrochenen Steinen, die mit oder ohne Mörtel zu tragenden Wänden aufgeschichtet werden. Es zählt zu den ältesten Bauweisen der Menschheit und prägt bis heute das Bild vieler historischer Stadtund Dorfkerne.
Merkmale
Im Gegensatz zu Ziegelmauerwerk oder Quadermauerwerk verwendet Bruchsteinmauerwerk Steine, die keine einheitliche Form oder Größe haben. Die Steine werden so gebrochen, wie sie im Steinbruch anfallen, und vom Maurer vor Ort passend ausgewählt und eingesetzt.
Typische Merkmale:
- Unregelmäßige Steinformen — keine rechtwinkligen Kanten
- Breite Mörtelfugen — um die Formunterschiede auszugleichen
- Hohe Wanddicken — meist 40 bis 80 cm, für ausreichende Stabilität
- Große Eigenlasten — Naturstein ist deutlich schwerer als Ziegel
Arten von Bruchsteinmauerwerk
- Wildes Bruchsteinmauerwerk — Steine ohne jede Bearbeitung, völlig unregelmäßiges Fugenbild
- Geschichtetes Bruchsteinmauerwerk — Steine werden in annähernd waagerechten Lagen (Schichten) verlegt
- Hammerrechtes Schichtenmauerwerk — Steine werden mit dem Hammer grob zugerichtet und in gleichmäßigeren Schichten vermauert
- Zyklopenmauerwerk — besonders große, polygonale Steine mit schmalen Fugen
Anwendung
Bruchsteinmauerwerk findet man vor allem bei:
- Historische Gebäude — Kirchen, Burgen, Stadtmauern, Bauernhäuser
- Stützmauern — im Landschafts- und Straßenbau
- Trockenmauern — ohne Mörtel, insbesondere im Weinbau und Terrassenbau
- Restaurierung — denkmalgerechte Instandsetzung historischer Bausubstanz
- Dekorativer Einsatz — Sichtmauerwerk in modernen Gärten und Fassaden
Die Sanierung von Bruchsteinmauerwerk erfordert Fachwissen, da die unregelmäßige Struktur besondere Anforderungen an die Mörtelwahl, Risssanierung und statische Ertüchtigung stellt.
Verwandte Begriffe
- Natursteinmauerwerk
- Quadermauerwerk
- Trockenmauer
- Zyklopenmauerwerk
- Verblendmauerwerk
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.