Was ist ‘huien’ (Rammen von Hand)?

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‘Huien’ ist eine Verballhornung des niederländischen ‘heien’ (Rammen) und bezeichnet das Einrammen von Pfählen von Hand, wie es früher üblich war. Der Name stammt vermutlich vom rhythmischen Kommando, mit dem die Rammmannschaft den Rammklotz fallen ließ.

Wie ging es früher?

Bevor es Rammmaschinen gab, wurden Gründungspfähle mit Menschenkraft eingerammt:

  • Eine Mannschaft von etwa fünfzehn Mann zog über Seile einen schweren (gusseisernen) Rammklotz am Rammgerüst empor
  • Auf das Kommando “hui” des Rammmeisters ließen sie den Klotz gleichzeitig fallen, sodass er mit voller Kraft auf den Pfahlkopf schlug
  • Schlag für Schlag sank der Rammpfahl tiefer in den Boden, bis die erforderliche Tiefe erreicht war

Das rhythmische Rufen hielt die Mannschaft im Takt und gab der Arbeit einen erkennbaren Klang; daher der lautmalerische Name.

Anwendung

‘Huien’ hat vor allem historische Bedeutung. Heute wird maschinell gerammt, doch bei Restaurierungen begegnet man dem Begriff noch. Schlagzahl und Absenkung wurden in einem Rammregister festgehalten, was auch beim maschinellen Rammen üblich ist.

Verwandte Begriffe

  • Rammpfahl
  • Rammklotz
  • Rammgerüst
  • Rammregister
  • Pfahlgründung

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