Eine Hohlkugeldecke ist eine innovative Stahlbetondecke, bei der Hohlkugeln aus recyceltem Kunststoff in den statisch nicht beanspruchten Bereich der Decke eingelegt werden. Dadurch wird das Eigengewicht der Decke erheblich reduziert, ohne die Tragfähigkeit zu beeinträchtigen.
Aufbau und Funktionsweise
Die Hohlkugeldecke besteht aus folgenden Schichten:
- Untere Bewehrungslage – Stahlmatten als Zugbewehrung
- Hohlkugeln – kugelförmige Kunststoffkörper, die in einem Raster angeordnet werden
- Distanzhalter – fixieren die Kugeln in der korrekten Position
- Obere Bewehrungslage – Stahlmatten als Druckbewehrung
- Beton – umschließt die Kugeln und bildet die tragende Struktur
Die Hohlkugeln ersetzen den Beton im statisch unwirksamen Kern der Decke, dort wo weder Zug- noch Druckkräfte wirken.
Vorteile
- Gewichtsreduzierung – bis zu 35 Prozent leichter als eine Vollbetondecke
- Materialersparnis – weniger Beton und damit geringerer CO2-Ausstoß
- Größere Spannweiten – durch das geringere Eigengewicht sind stützenfreie Räume möglich
- Geringere Fundamentbelastung – besonders vorteilhaft bei schwierigen Bodenverhältnissen
Anwendung
Hohlkugeldecken werden eingesetzt bei:
- Büro- und Verwaltungsgebäuden mit großen stützenfreien Flächen
- Tiefgaragen und Parkhäusern
- Wohnungsbau mit flexiblen Grundrissen
- Aufstockungen bestehender Gebäude, bei denen die Traglast begrenzt ist
Die Planung erfordert eine statische Berechnung unter Berücksichtigung der veränderten Querschnittswerte. Die Verlegung der Kugeln erfolgt auf der Baustelle vor dem Betonieren.
Verwandte Begriffe
- Hohlkörperdecke
- Filigrandecke
- Flachdecke
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