Guilloche ist ein dekoratives Muster aus zwei oder mehr ineinandergreifenden, geschwungenen oder gewellten Linien, die zusammen ein regelmäßiges, band- oder flechtwerkartiges Motiv bilden. Das Ornament wird seit der Antike verwendet und findet sich in der Baukunst, auf Möbeln, im Stuck und in der Goldschmiedekunst.
Herkunft und Form
Der Name Guilloche geht auf ein französisches Wort für das Werkzeug zurück, mit dem das Muster ursprünglich gedreht wurde. Kennzeichnend ist das Spiel durchlaufender Linien, die sich rhythmisch kreuzen und so Kreise oder Ovale umschließen. In der Baukunst erscheint Guilloche oft als:
- Fries oder Band — eine durchlaufende Zierleiste an Fassade, Gesims oder Sockel
- Randverzierung — um Felder, Türen und Decken
- Stuck- und Putzarbeit — als Reliefmotiv in Innenräumen, vor allem im Klassizismus
Anwendung
Guilloche dient als rein dekoratives Element, um eine Fläche oder Kante zu beleben. Außerhalb der Baukunst ist das Muster bekannt von:
- Möbeln — eingelegtes oder geschnitztes Holzwerk
- Goldschmiedekunst und Uhren — fein gedrehte Guillochierung auf Metall
- Wertpapieren — als schwer nachzuahmendes Hintergrundmuster auf Banknoten
Bei der Restaurierung historischer Gebäude wird ein Guillochefries mitunter neu angebracht oder wiederhergestellt, um das ursprüngliche Fassadenbild zu bewahren.
Verwandte Begriffe
- Ornament
- Fries
- Stuck
- Gesims
- Girlande
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