Ein Schieferdach ist ein geneigtes Dach, das mit Schiefer gedeckt ist: dünnen, flachen Plättchen, die einander überlappend auf der Dachfläche befestigt werden. Weil jeder Stein die darunterliegenden überdeckt, ist das Dach dicht, ohne dass die Befestigungen im Wasserlauf liegen.
Schiefer war jahrhundertelang das Dachmaterial von Kirchen, Burgen, Türmen und Herrenhäusern und ist noch immer die naheliegende Deckung, wenn eine Dachfläche geschwungen oder doppelt gekrümmt ist: ein Schieferstein kann, was ein Dachziegel nicht kann — einer gebogenen Fläche folgen.
Naturschiefer und Faserzementschiefer
- Naturschiefer ist gespaltenes Schiefergestein: ein metamorphes Gestein aus Ton entstanden, das sich entlang seiner natürlichen Spaltflächen in dünne Platten spalten lässt. Farbe, Dicke und Zeichnung wechseln je nach Herkunftsgebiet.
- Faserzementschiefer ist eine gepresste Platte aus Zement mit Fasern. Günstiger, leichter und maßhaltig, aber mit kürzerer Lebensdauer und flacherer Anmutung.
Bei einem Denkmal ist dieser Unterschied kein Detail: der Ersatz von Naturschiefer durch Faserzement verändert das Erscheinungsbild und ist in der Regel genehmigungspflichtig.
Deckarten
- Altdeutsche Deckung — Steine wechselnder Größe, nach unten hin kleiner werdend, mit gerundeter Unterkante; das lebendigste und anspruchsvollste Bild, traditionell im Rheinischen Schiefergebiet.
- Schuppendeckung — schuppenförmige Steine in gleichmäßiger Reihung.
- Rechteckdeckung (Maasdeckung) — rechteckige Steine in Doppeldeckung, bei der jeder Stein die zwei darunterliegenden Lagen überdeckt. Ruhig und regelmäßig im Bild; großer Vorteil: das Dach bleibt dicht, wenn ein einzelner Stein ausfällt. Für diese Deckart ist eine Dachneigung von mindestens rund 30° erforderlich.
Neben der Deckart bestimmen Steingröße und erforderliche Überdeckung, wie viele Steine je Quadratmeter nötig sind — und damit den Preis.
Befestigung und Unterkonstruktion
Schiefer wird genagelt oder gehakt auf Schalung mit diffusionsoffener Unterdeckbahn oder auf Lattung. Bei der Hakendeckung klemmt ein Schieferhaken die Unterkante des Steins fest; das ist die gängige, sturmsichere Methode. Nichtrostende Haken und Nägel verwenden: Kupferhaken aus der Zeit bis Anfang der 1980er Jahre zeigen sich nach einigen Jahrzehnten durchkorrodiert, besonders auf nordseitigen, lange feuchten Dachflächen.
Punkte in der Detaillierung:
- Kehlen, Grate, Firste und Dachfenster verlangen sorgfältig zugepasste Steine und Blei- oder Zinkarbeit; hier entstehen die meisten Undichtigkeiten.
- Hinterlüftung ist wesentlich: ein Schieferdach muss unterseitig abtrocknen können.
- Schornsteine und Durchdringungen brauchen Anschlüsse in Blei oder Zink derselben Lebensdauerklasse wie der Schiefer.
Lebensdauer und Wartung
Ein fachgerecht gedecktes und gepflegtes Naturschieferdach hält sehr lange — über Generationen — wobei häufig die Befestigung eher zu erneuern ist als die Steine selbst. Faserzementschiefer erreicht diese Lebensdauer nicht.
Praktische Regeln:
- Ein Schieferdach nicht einfach betreten. Schiefer bricht unter Punktlast; Leiter mit Dachhaken oder Laufanlage verwenden.
- Jährlich prüfen auf verrutschte, gerissene und fehlende Steine, und die Blei-/Zinkanschlüsse kontrollieren.
- Lose Steine sofort ersetzen. Ein fehlender Stein ist eine kleine Arbeit, monatelang auf die Schalung tropfendes Wasser nicht.
- Moos nicht zuwachsen lassen in Kehlen und auf Nordflächen; es hält Feuchtigkeit und verstopft die Entwässerung.
Verwandte Begriffe
- Dachschiefer
- Schieferhaken
- Schieferhammer
- Dachneigung
- Dachschalung
- Dachziegel
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