Was ist Erdwärme?
Erdwärme (auch Geothermie genannt) ist die natürlich im Erdreich vorhandene Wärme. Sie entsteht durch den Zerfall radioaktiver Elemente im Erdkern und Erdmantel. Je tiefer man bohrt, desto wärmer wird es — im Durchschnitt steigt die Temperatur um etwa 3 °C pro 100 Meter Tiefe.
Wie funktioniert Erdwärme im Bauwesen?
Im Bauwesen wird Erdwärme als nachhaltige Energiequelle zum Heizen und Kühlen von Gebäuden eingesetzt. Es gibt zwei Hauptformen:
- Oberflächennahe Geothermie (bis ca. 500 m) — dabei wird ein Erdwärmetauscher (Erdkollektor oder Erdsonde) installiert. Eine Wärmepumpe entzieht dem Boden Niedertemperaturwärme und bringt sie auf ein nutzbares Temperaturniveau für Fußbodenheizung oder Heizkörper
- Tiefe Geothermie (ab 500 m bis mehrere Kilometer) — dabei wird heißes Wasser aus tiefen Gesteinsschichten gefördert. Dieses Wasser hat eine Temperatur von 60 °C bis über 100 °C und kann direkt zum Heizen oder für ein Fernwärmenetz genutzt werden
Anwendung
Erdwärme wird zunehmend im Neubau und bei der energetischen Sanierung bestehender Gebäude eingesetzt:
- Neubauten — eine Erdwärmepumpe mit vertikalen Erdsonden ist eine beliebte Wahl für gasfreie Häuser
- Gewerbegebäude — Büros und Schulen nutzen Wärme-Kälte-Speicher zum Heizen im Winter und Kühlen im Sommer
- Fernwärmenetze — tiefe Geothermiequellen versorgen ganze Wohngebiete über ein kollektives Wärmenetz
Vorteile
- Nachhaltig — Erdwärme ist nahezu unerschöpflich und CO₂-arm
- Konstante Quelle — die Bodentemperatur ist stabil, unabhängig von der Jahreszeit
- Niedriger Energieverbrauch — eine Wärmepumpe liefert 3 bis 5 Mal mehr Energie als sie verbraucht
Verwandte Begriffe
- Wärmepumpe
- Dämmung
- Nachhaltiges Bauen
- Fundament
- Fußbodenheizung
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