Was ist eine Vorhängefassade?
Eine Vorhängefassade (auch hinterlüftete Fassade oder vorgehängte hinterlüftete Fassade, kurz VHF) ist eine Fassadenbekleidung, die keine tragende Funktion übernimmt, sondern als eigenständige Hülle vor der eigentlichen Gebäudestruktur angebracht wird. Sie trägt weder Decken noch Dächer, sondern dient dem Schutz der Konstruktion vor Witterung, der Verbesserung der Wärmedämmung oder der Gestaltung eines bestimmten Erscheinungsbildes.
Vorhängefassaden werden sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen eingesetzt. Bei der Sanierung werden sie häufig vor eine bestehende (veraltete) Fassade gesetzt, um die thermische Hülle zu verbessern, ohne die gesamte Fassade abreißen zu müssen. Das spart Kosten und Zeit. Beim Neubau gibt die Vorhängefassade Architekten Gestaltungsfreiheit bei der Materialwahl, unabhängig von der Tragkonstruktion.
Materialien für Vorhängefassaden sind vielfältig: Holz (Fassadenbretter, Paneele), Faserzement, Metall (Aluminium, Cortenstahl, Zink) und keramische Platten. Die Wahl bestimmt Optik, Lebensdauer und Wartungsaufwand.
Anwendung
Vorhängefassaden werden häufig bei Gewerbebauten (Büros, Schulen, Wohngebäuden) sowie im Wohnungsbau verwendet. Sie werden an einer Unterkonstruktion aus Holz- oder Metallprofilen befestigt, die auf der bestehenden Fassade montiert ist. Zwischen der Vorhängefassade und der bestehenden Fassade befindet sich ein Hohlraum, der für Hinterlüftung und Feuchtigkeitsableitung sorgt.
Für Heimwerker ist die hölzerne Vorhängefassade beliebt: Fassadenbretter aus Kiefer, Lärche oder sibirischer Lärche werden horizontal oder vertikal auf einem Lattenrost geschraubt. Das ist eine relativ einfache Arbeit, die einem Haus ein völlig neues Aussehen verleiht.
Verwandte Begriffe
- Fassadenbekleidung
- Hinterlüftung
- Fassadenplatte
- Wärmedämmverbundsystem
- Luftschicht
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