Ein Keilanker (auch Bolzenanker) ist eine schwere Befestigung (Spreizanker), mit der man etwas fest an Beton, Naturstein oder massivem Mauerwerk verankert. Der Bolzen hat am Ende einen Konus (Keil) mit einer darum liegenden Metallspreizhülse. Beim Anziehen wird der Konus in die Hülse gezogen, wodurch diese aufgespreizt wird und sich gegen die Wand des Bohrlochs verklemmt.
Funktionsweise
Der Keilanker arbeitet über Klemmwirkung (Spreizkraft), nicht über Klebstoff:
- Bohren — ein Loch mit dem richtigen Durchmesser und der richtigen Tiefe im massiven Material
- Setzen — den Keilanker mit Hülse ins Loch schieben
- Anziehen — der Konus zieht in die Hülse, die sich gegen das Bohrloch verklemmt; je fester man anzieht, desto stärker die Klemmung
Dadurch kann ein Keilanker hohe Zug- und Querkräfte aufnehmen.
Anwendung
- Schwere Konstruktionen — Stahlprofile, Konsolen, Maschinen und Geländer an Beton
- Fassaden und Vordächer — Befestigung tragender Bauteile
- Bau und Industrie — überall, wo eine hohe, zuverlässige Belastung nötig ist
Zu beachten
- Nur für massive, tragfähige Untergründe geeignet; in Lochstein oder Porenbeton hält ein Spreizanker nicht zuverlässig — dort einen Verbundanker oder eine Hohlraumbefestigung verwenden
- Halte den vorgeschriebenen Bohrdurchmesser, die Bohrtiefe und den Randabstand ein; zu nah an einer Kante kann das Material ausbrechen
- Wähle bei feuchten oder Außensituationen eine verzinkte oder nichtrostende Ausführung
Verwandte Begriffe
- Verbundanker
- Hohlraumdübel
- Anker
- Bewehrung
- Stahl
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