Was ist eine Traufbohle (Duisplank)?
Eine Traufbohle, im Niederländischen “duisplank” genannt, ist eine dicke, schmale Bohle, die in traditioneller Bauweise — vor allem bei Reetdächern und alten Holzbauten — als abschließendes oder tragendes Element entlang der Traufe, der Giebelwand oder einer besonderen Dachdetailausbildung verwendet wurde. Der Begriff ist veraltet und regional; in modernen Plänen spricht man eher von Windbrett, Stirnbrett oder Anschlagbohle.
Funktion
Im alten Dachaufbau übernahm die Traufbohle verschiedene Aufgaben:
- Abschluss der Traufe — vergleichbar mit einem unteren Stirnbrett
- Anschlag für die Reetlage — gab dem Deckmaterial eine feste Startlinie
- Schutz des Mauerwerks — schirmte die obere Mauerkante gegen eindringendes Regenwasser ab
- Träger von Dachrinnen oder Bitumenanschlüssen — als Untergrund für Blechrinnen und Anschlüsse
Anwendung
Die Traufbohle findet sich noch bei:
- Reetdachsanierung — zur Erhaltung historischer Details
- Bauernhausbau — vor allem in Norddeutschland und den niederländischen Provinzen Gelderland und Overijssel
- Traditionellem Scheunenbau — bei Heubergen und Vorratsbauten
- Denkmalpflege — als ausdrücklich erwähntes Bauteil in Sanierungsleistungsverzeichnissen
Material und Maße
- Material — Eichen- oder Fichtenholz, gestrichen oder geteert
- Stärke — meist 22 bis 32 mm
- Breite — 100 bis 200 mm
- Befestigung — auf Pfetten oder der Fußpfette genagelt, manchmal mit Schmiedeeisen
Abgrenzung verwandter Begriffe
Ein Stirnbrett sitzt an der Traufe moderner Dächer; die Traufbohle liegt oft tiefer oder hat eine spezifischere Rolle bei Reet- und Strohdächern. Ein Windbrett verläuft entlang des Giebels und ist ein anderes Bauteil.
Verwandte Begriffe
- Traufe
- Stirnbrett
- Fußpfette
- Stroh
- Reetdach
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