Abbinden ist der chemische Prozess, bei dem Zement in Kontakt mit Wasser zu erhärten beginnt und seine endgültige Festigkeit entwickelt. Es ist die erste Phase des Aushärtungsprozesses von Beton, Mörtel und Estrich.
Wie funktioniert das Abbinden?
Wenn Zement mit Wasser gemischt wird, starten chemische Reaktionen (Hydratation). Dieser Prozess verläuft in zwei Phasen:
- Erstarrungsbeginn — die Mischung verliert ihre Verarbeitbarkeit und beginnt steif zu werden. Bei Portlandzement geschieht dies nach ca. 1–2 Stunden
- Erstarrungsende — das Material ist ausreichend hart und nicht mehr verformbar. Dies ist nach ca. 4–8 Stunden erreicht
Nach dem Abbinden setzt sich das Aushärten noch über Wochen fort. Beton erreicht nach 28 Tagen seine Normfestigkeit.
Anwendung
Abbinden spielt eine Rolle bei nahezu allen Arbeiten mit zementgebundenen Materialien:
- Betonieren — der Beton muss verarbeitet sein, bevor er abbindet
- Verfugen — Mörtel im Mauerwerk muss in Ruhe abbinden, ohne zu schnell auszutrocknen
- Estriche — ein Zementestrich muss vor Zugluft und direkter Sonne geschützt werden
- Klebemörtel — Fliesenkleber muss innerhalb der offenen Zeit verarbeitet werden
Einflussfaktoren
- Temperatur — hohe Temperaturen beschleunigen, Kälte verlangsamt das Abbinden
- Wassergehalt — zu viel Wasser verlangsamt und schwächt, zu wenig ergibt unzureichende Hydratation
- Zementart — Schnellzement bindet in Minuten ab, normaler Portlandzement in Stunden
- Zusatzmittel — Verzögerer und Beschleuniger passen die Abbindezeit an
Verwandte Begriffe
- Beton
- Zement
- Mörtel
- Estrich
- Hydratation
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