Was ist eine Totleitung?

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Eine Totleitung ist ein Abzweig einer Wasserleitungsinstallation, in dem kein oder kaum Durchfluss stattfindet — beispielsweise weil die Entnahmestelle nicht mehr genutzt oder vergessen abgehängt wurde — wodurch das Wasser stagniert und die Wasserqualität schnell sinkt. Totleitungen stellen das größte Risiko für das Wachstum von Legionellen in einer Trinkwasserinstallation dar.

Wie entsteht eine Totleitung?

Totleitungen entstehen oft unbemerkt:

  • Umbau — eine Entnahmestelle wird entfernt, doch die Leitung bleibt verschlossen liegen
  • Vergessene Abzweige — ein Anschluss für einen Geschirrspüler, der nie installiert wurde
  • Zu lange Zuleitung — eine Entnahmestelle, die selten oder nie genutzt wird (z. B. eine Gästedusche)
  • Reserveleitung — für künftige Erweiterungen, aber abgehängt
  • Zu kurze Spülintervalle — Leitungen, die zwar funktionieren, aber zu selten durchströmt werden

Eine Leitung gilt bereits als „tot”, wenn ihr Inhalt weniger als einmal pro Woche ausgetauscht wird.

Warum ist eine Totleitung gefährlich?

In stehendem Wasser bei Zimmertemperatur (20–45 °C) entstehen ideale Bedingungen für:

  • Legionella pneumophila — Erreger der Legionärskrankheit (eine schwere Lungenentzündung) durch Einatmen kontaminierter Wassertröpfchen
  • Biofilm — Schleimschicht auf der Rohrwand, in der sich Bakterien vermehren
  • Pseudomonas und andere Krankheitserreger
  • Geschmacks- und Geruchsprobleme

Beim Wiederöffnen können sich die Bakterien rasend schnell im übrigen System verbreiten.

Anwendung und Vorgehen

Nach Trinkwasserverordnung und DIN 1988 muss ein Installateur bei jeder Anpassung Totleitungen aufspüren und beseitigen:

  • Erkennung — durch Sichtkontrolle, Isometrie oder Durchflussmessung
  • Sanierung — Leitung möglichst nahe an der Hauptleitung entfernen (zurückschneiden bis zu einer aktiven Abzweigung)
  • Keine Kappe am Ende — verschlossene Stummel enthalten weiterhin den gesamten Abschnitt
  • Risikoanalyse — für sensible Einrichtungen (Krankenhäuser, Hotels, Pflegeeinrichtungen) verpflichtend

Faustregeln beim Entwerfen

  • Keine Leitung länger als das 5-fache des Durchmessers ohne Durchfluss
  • Möglichst Ringleitungen in großen Installationen
  • Thermostatische Mischarmaturen am Ende eines Verteilnetzes verwenden, um Durchfluss zu sichern
  • Regelmäßige Spülungen an wenig genutzten Entnahmestellen einplanen

Verwandte Begriffe

  • Installation
  • Trinkwasser
  • Entleerungshahn
  • Belüfter
  • Ringleitung

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