Eine Seilnetzfassade ist eine Glasfassade, bei der das Glas nicht in einem schweren Rahmen sitzt, sondern von einem Netz dünner, straff vorgespannter Stahlseile getragen wird. Die Seile verlaufen waagerecht und senkrecht und spannen zwischen der umgebenden Hauptkonstruktion. So entsteht eine äußerst schlanke, fast unsichtbare Tragstruktur und eine maximal transparente Fassade. Im Niederländischen heißt sie kabelnetgevel.
Wie funktioniert es?
Die Seile werden unter hoher Vorspannung zwischen Decken, Dach und Seitenwänden gespannt, sodass ein steifes Netz entsteht. An den Kreuzungspunkten werden die Glasscheiben mit Punkthaltern (oft „Spinnen” oder Rotulen genannt) befestigt. Windlast wird über die Vorspannung und die Durchbiegung des Netzes aufgenommen; die Fassade darf sich dadurch etwas bewegen.
Anwendung
Seilnetzfassaden begegnen einem vor allem bei großen Glashallen, Eingangsbereichen, Atrien und Fassaden von Museen, Bahnhöfen und Büros, wo Transparenz und Offenheit gewünscht sind.
Zu beachten
- Die Ausführung erfordert genaue Berechnung der Vorspannung
- Die Detaillierung muss Bewegung und Temperaturausdehnung des Glases aufnehmen — Arbeit für spezialisierte Fassadenbauer
Verwandte Begriffe
- Fassade
- Fassadenverkleidung
- Glasfassade
- Architektur
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.