Die Nehobo-Decke ist eine niederländische Systemdecke aus gebrannten keramischen Hohlsteinen, mit Bewehrungsstäben in den Mörtelfugen zwischen den Steinen und meist einer Betondruckschicht darüber. Der Name stammt vom Hersteller Nederlandse Holle Bouwelementen. Der Deckentyp wurde von 1956 bis 1984 produziert und steckt daher in sehr vielen niederländischen Nachkriegshäusern — für Bauherren und Käufer über der Grenze ein wichtiger Begriff.
Aufbau
Die Hohlsteine wurden zu kleinen Mäuerchen aneinandergemauert, wobei in die Fugen zwischen den Steinen Bewehrungsstäbe eingelegt wurden. Diese Bewehrung nimmt die Zugkräfte auf. Die Streifen kamen als Fertigteil auf die Baustelle oder wurden dort zusammengesetzt; eine Betondruckschicht machte daraus eine zusammenwirkende Decke. Das Ergebnis ist leicht und schnell montiert — in den Wiederaufbaujahren der entscheidende Vorteil.
Das bekannte Problem
Um das Erhärten zu beschleunigen, wurden dem Mörtel damals Chloride zugesetzt. Zusammen mit Feuchtigkeit und Karbonatisierung — wodurch der Zementstein weniger basisch und poröser wird — verliert die Bewehrung ihren Korrosionsschutz und beginnt zu rosten. Rostendes Stahl dehnt sich aus und sprengt Mörtel und Steine. Der Schaden beginnt an der Unterseite, also im Kriechkeller, und bleibt von innen lange unsichtbar.
Feuchte, schlecht belüftete Kriechkeller beschleunigen den Vorgang erheblich. Das macht die Nehobo-Decke — wie die späteren Kwaaitaal- und Manta-Decken — zu einem Prüfpunkt beim Kauf eines Hauses aus dieser Zeit.
Was man damit macht
- Untersuchen lassen. Ein Sachverständiger beurteilt im Kriechkeller Rissbildung, Rostspuren und abgesprengten Mörtel
- Bei leichtem Schaden: beobachten und vor allem den Kriechkeller trockener und besser belüftet machen — Lüftungsöffnungen frei, Leckagen beheben, gegebenenfalls eine Bodenabdichtung einbringen
- Bei mittlerem Schaden: mit Stahl- oder Holzträgern und Punktfundamenten unterstützen. Günstiger, aber die Decke bleibt schwach
- Bei schwerem Schaden: Ersatz durch eine Sanierungsdecke oder eine Balkendecke mit Füllkörpern. Teurer, aber endgültig — und die Gelegenheit, zu dämmen und eine Fußbodenheizung einzubauen
Worauf zu achten ist
- Nicht ohne Statiker bohren oder Aussparungen schneiden; die Bewehrung liegt in den Fugen und ist entscheidend
- Beim Kauf einer Immobilie aus 1956–1984 ausdrücklich eine Kriechkellerinspektion verlangen
- Kosten. Der Ersatz einer Erdgeschossdecke im Reihenhaus liegt üblicherweise im Bereich mehrerer zehntausend Euro; eine Unterstützung kostet einen Bruchteil davon. Immer die Ursache mitbehandeln, nicht nur die Folge
Verwandte Begriffe
- Hohlsteindecke
- Bewehrung
- Karbonatisierung
- Kriechkeller
- Kiesnest
- Zement
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