Nadel ist ein Baubegriff mit drei Bedeutungen: ein schlanker, hoch aufragender Turmhelm, ein nadelförmiges Denkmal wie ein Obelisk, und die Anschlagleiste bei zweiflügeligen Türen oder Fenstern ohne Mittelpfosten. Welche Bedeutung gilt, ergibt sich fast immer aus dem Zusammenhang.
1. Die Nadel als Turmhelm
Eine Nadel ist ein Turmhelm mit sehr steiler, schlanker Form. Wo ein gewöhnlicher Zeltdachhelm einen breiten Fuß und eine gedrungene Silhouette hat, läuft eine Nadel über große Höhe fast gerade zu. Die Konstruktion besteht aus einem hölzernen Helmstuhl mit einer Kaiserstiel im Kern, gedeckt mit Schiefer, Zink oder Kupfer. Bei hohen Nadeln ist die Windlast maßgebend, nicht das Eigengewicht.
2. Die Nadel als Denkmal
Ein freistehendes, hohes und schmales, spitz zulaufendes Denkmal aus (Natur-)Stein wird ebenfalls Nadel genannt. Der Obelisk ist die bekannteste Form. Solche Male wurden zur Erinnerung an Schlachten, Herrscherbesuche oder Stadtjubiläen errichtet.
3. Die Nadel im Tischlerhandwerk
Bei zweiflügeligen Türen oder Fenstern ohne Mittelpfosten muss der zweite Flügel dennoch irgendwo anschlagen. Diese Anschlagleiste, die auf einem der beiden Flügel befestigt ist, heißt Nadel. Im Deutschen ist auch die Bezeichnung Schlagleiste gebräuchlich.
Zu beachten
- Bei Außentüren mit Nadel gehört eine gute Dichtung dazu: Die Leiste selbst hält keinen Schlagregen ab, das tun die Dichtungsprofile
- Der Flügel mit der Nadel schließt immer zuletzt und öffnet zuerst; die Kantriegel sitzen daher am Gegenflügel
- Bei einem Turmhelm ist die regelmäßige Kontrolle von Deckung und Blitzschutz wichtiger als die des Helmstuhls selbst
Verwandte Begriffe
- Turmhelm
- Obelisk
- Anschlag
- Schlagleiste
- Zweiflügelige Tür
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