Was ist eine Markise?

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Eine Markise ist ein außenliegender Sonnenschutz aus Tuch, der über Gelenkarme schräg vor das Fenster ausfährt und dort eine vordachartige Fläche bildet. Sie gehört zu den außenliegenden, beweglichen Sonnenschutzsystemen und ist damit bautechnisch etwas ganz anderes als ein Rollo hinter der Scheibe.

Warum außenliegender Sonnenschutz so viel bringt

Sonnenschutz an der Außenseite fängt die Strahlung ab, bevor sie durch das Glas kommt. Was das Tuch aufnimmt, gibt es zum größten Teil wieder nach außen ab. Innenliegender Sonnenschutz kann das nicht: Die Wärme hat das Glas dann bereits passiert und steckt im Raum. Außenliegender Sonnenschutz ist damit die wirksamste Maßnahme gegen sommerliche Überhitzung — wirksamer als Sonnenschutzglas, weil er sich im Winter einfach einfahren lässt und die Sonnenwärme dann willkommen ist.

Bauarten

  • Gelenkarmmarkise — breites Tuch auf Knickarmen über einer Terrasse; sorgt für Schatten auf der Terrasse, weniger gezielt für das Fenster
  • Fallarmmarkise — das Tuch kippt vordachartig nach außen; oft an Gauben und in Obergeschossen eingesetzt
  • Korbmarkise — die klassische, halbrunde Form mit geschlossenen Seiten, häufig an Ladenfassaden und Altbauten
  • Senkrechtmarkise oder Screen — ein straff in Führungsschienen laufendes Tuch direkt vor dem Glas; die beste Lösung, wenn kein Platz zum Ausfahren ist, und am wenigsten windempfindlich

Praktische Hinweise

  • Windwiderstand. Ausfahrbarer Sonnenschutz ist windempfindlich. Hersteller geben die Windwiderstandsklasse nach der europäischen Produktnorm für Abschlüsse im Außenbereich (EN 13561) an; eine höhere Klasse bedeutet eine höhere zulässige Windbelastung. An hohen oder ungeschützten Fassaden ist ein Windwächter, der die Anlage automatisch einfährt, praktisch unverzichtbar
  • Befestigung. Die Arme bringen ein erhebliches Moment in die Fassade ein. Befestige immer im tragenden Mauerwerk oder in der Konstruktion — nie allein in der Vormauerschale, in der Dämmung oder in Riemchen. Bei gedämmten Fassaden arbeitet man mit thermisch getrennten Abstandsmontagesystemen
  • Genehmigung. An Denkmälern, in Erhaltungssatzungsgebieten und bei Wohnungseigentümergemeinschaften gelten oft eigene Regeln zu Farbe, Form und Ausführung. Kläre das vorab
  • Tuch. Acryltuch ist farbecht und atmungsaktiv; Screengewebe aus Glasfaser mit PVC-Beschichtung ist formstabil und schmutzabweisend. Rolle ein nasses Tuch nie über längere Zeit eingefahren ein
  • Kosten. Für eine Markise oder Fallarmmarkise an einem üblichen Fassadenfenster ist mit grob 700 bis 2.500 Euro inklusive Montage zu rechnen, je nach Breite, Tuch und Motorisierung

Verwandte Begriffe

  • Sonnenschutz
  • Vordach
  • Sommerlicher Wärmeschutz
  • Jalousie
  • Fassade
  • Fensterrahmen

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