Eine Kätnerei (niederländisch “keuterij”) ist ein kleiner Bauernhof, bewohnt von einem Kleinbauern (Kätner) mit einem kleinen Stück Land, das meist in Pacht war. Es war ein bescheidener landwirtschaftlicher Betrieb, zu klein, um eine Familie voll zu ernähren, weshalb der Kätner oft noch ein Handwerk oder Lohnarbeit ausübte. Der Begriff geht auf “Kate” zurück, eine kleine Wohnung, verwandt mit dem niederländischen “keuter”.
Merkmale
- Kleiner Grundbesitz — einige Parzellen, oft auf ärmeren Sand- oder Moorböden
- Einfache Bebauung — ein kleiner Hof mit Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Dach
- Gemischte Nutzung — eine einzelne Kuh, einige Schweine oder Ziegen, ein Gemüsegarten und ein kleiner Acker
Anwendung
- Kulturgeschichte — Kätnereien erzählen vom Leben des Kleinbauern und der Erschließung karger Böden
- Landschaft — verstreut liegende Kätnereien prägten das Bild der alten Kulturlandschaft
- Umnutzung — viele ehemalige Kätnereien sind heute (Ferien-)Wohnungen
Zu beachten
- Beim Umbau einer alten Kätnerei gelten oft Denkmal- oder Landschaftswerte; den Status prüfen
- Die Bauqualität war meist schlicht; beim Kauf auf Gründung, Holzfäule und Feuchtigkeit achten
Verwandte Begriffe
- Bauernhof
- Hallenhaus
- Backhaus
- Feldscheune
- Warft
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.