Eine Herme ist ein rechteckiger, nach oben breiter werdender Pfeiler, der von einem gemeißelten Kopf oder einer Büste bekrönt wird. Der Schaft ist meist glatt und ohne Arme oder Beine; nur der obere Teil ist figürlich ausgearbeitet.
Herkunft
Die Herme verdankt ihren Namen dem griechischen Gott Hermes. Im antiken Griechenland standen solche Pfeiler als Grenz- und Wegmarkierungen und an Hauseingängen, wo sie eine schützende Funktion hatten. Später wurden sie zu einem rein dekorativen Motiv.
Merkmale
- Sich verjüngender Schaft — schmaler am Fuß, breiter nach oben
- Bekrönender Kopf — ein Porträt, eine Gottheit oder eine allegorische Figur
- Keine Gliedmaßen — der Körper geht in einen glatten Pfeiler über
- Oft paarweise — links und rechts eines Eingangs oder einer Nische
Anwendung
Die Herme kehrte ab der Renaissance als beliebtes architektonisches Zierelement zurück:
- Fassaden — als Verzierung an Eingängen und Fenstern
- Gärten — als freistehende Figur an Wegen
- Innenräume — an Kaminen, Treppen und Vertäfelungen
- Möbel — als Stütze oder Eckstiel an Schränken und Tischen
Tragen zwei Hermen gemeinsam einen Balken, erfüllen sie zugleich eine tragende und dekorative Rolle, vergleichbar mit einer Karyatide.
Verwandte Begriffe
- Karyatide
- Atlant
- Pilaster
- Ornament
- Renaissance
- Säule
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