Eine Fuge ist die Naht zwischen zwei Ziegelsteinen, Natursteinen oder Fliesen, die mit Mortel oder Fugenmaterial gefullt ist. Fugen sorgen fur die Verbindung zwischen den Steinen, verteilen die Krafte und machen die Wand wasserdicht. Die Ausfuhrung der Fuge bestimmt auch das Erscheinungsbild des Mauerwerks.
Fugenarten
Lagerfuge (horizontal)
Die horizontale Naht zwischen zwei Steinschichten. Standarddicke: 10-12 mm.
Stossfuge (vertikal)
Die vertikale Naht zwischen zwei Steinen in derselben Schicht. Standarddicke: 10 mm.
Fugengestaltung
Die Art der Fugengestaltung bestimmt das Aussehen und die Wasserdichtigkeit:
| Typ | Beschreibung | Wasserdichtigkeit |
|---|---|---|
| Glattfuge | Eben mit dem Mauerwerk abgeschlossen | Gut |
| Ruckspringende Fuge | Leicht zuruckgesetzt (2-3 mm) | Massig (Wasser kann stehen bleiben) |
| Hohlfuge (Rundfuge) | Rund ausgeschnitten mit Fugeneisen | Gut (Wasser lauft ab) |
| Schattenfuge | Oben vertieft, unten eben | Gut, dekorativ |
| Quetschfuge | Mortel steht leicht hervor | Weniger gut (bricht leicht ab) |
Fugen und Mauermortel
Die Fuge wird mit Mortel gefullt — einer Mischung aus Zement, Sand und Wasser. Die Mortelfestigkeit muss zum Steintyp passen:
- Weiche Steine (handgeformt) → weicher Mortel
- Harte Steine (maschinell gefertigt) → harter Mortel
Ein zu harter Mortel bei weichen Steinen verursacht Risse in den Steinen statt in der Fuge.
Fugen erneuern (Neuverfugung)
Bei alteren Mauern verschleissen die Fugen. Neuverfugung:
1. Alte Fuge auskratzen — Mit einem Fugenkratzer oder Winkelschleifer, mindestens 15-20 mm tief
2. Ausblasen/Ausspulen — Staub und lose Reste entfernen
3. Anfeuchten — Trockenes Mauerwerk saugt den Fugenmortel aus
4. Fugenmortel auftragen — Mit einem Fugeneisen oder einer Fugenpistole
5. Fertigstellen — Das gewunschte Fugenprofil anbringen
Verwandte Begriffe
- Mauerverband
- Mortel
- Halbsteinmauer
- Einsteinmauer
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