Dorisch ist die älteste und schlichteste der drei klassischen griechischen Säulenordnungen, neben der ionischen und der korinthischen Ordnung. Die dorische Säule hat einen nüchternen, kraftvollen Charakter mit einem einfachen Kapitell und keiner Basis. Die Ordnung ist nach dem griechischen Volk der Dorer benannt und entwickelte sich vor allem in der archaischen und klassischen Periode (8.–5. Jh. v. Chr.).
Merkmale der Dorischen Ordnung
Die dorische Säule hat eine Reihe deutlicher Merkmale:
- Keine Basis — die Säule steht direkt auf dem Stylobat (Bodenplatte) des Tempels
- Kanneluren — 20 breite, flache Rinnen mit scharfen Kanten, die von unten nach oben laufen
- Entasis — eine leichte Schwellung in der Mitte der Säule
- Schlichtes Kapitell — besteht aus einem Echinus (rundes Polster) und einem Abakus (quadratische Deckplatte)
- Gebälk — besteht aus Architrav, Fries (mit abwechselnd Triglyphen und Metopen) und Geison
Proportionen
In der klassischen dorischen Ordnung ist die Säulenhöhe das 4- bis 7-fache des Säulendurchmessers. Frühdorische Säulen waren gedrungen (4-fach), spätere Beispiele schlanker (6 oder 7-fach).
Beispiele
Klassische Beispiele für dorische Bauwerke:
- Parthenon — Athen (5. Jh. v. Chr.)
- Hephaisteion — Athen
- Poseidontempel — Paestum (Italien)
- Aphaia-Tempel — Aigina
Römische und spätere dorische Ordnung
Die Römer passten die dorische Ordnung an und fügten oft eine Basis hinzu. Später, in der Renaissance und im Klassizismus, wurde die Ordnung erneut auf Regierungsgebäuden, Banken und Denkmälern als Symbol der Nüchternheit und Kraft eingesetzt.
Verwandte Begriffe
- Ionisch
- Korinthisch
- Kapitell
- Säule
- Bauordnung
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