Ein Silikatanstrich ist die Beschichtung von zum Beispiel Mauerwerk, Beton oder Putz mit einer mineralischen Silikatfarbe. Anders als eine gewöhnliche Farbe bleibt diese Farbe nicht als loser Film auf der Wand liegen, sondern verbindet sich chemisch mit dem Untergrund. Das Bindemittel — flüssiges Kaliumsilikat (Wasserglas) — reagiert mit den mineralischen Bestandteilen des Untergrunds, ein Vorgang, der Verkieselung genannt wird. Bekannt ist diese Technik auch unter dem Namen der Marke Keim.
Funktionsweise und Vorteile
Weil sich die Farbe durch Verkieselung verbindet und nicht als geschlossene Schicht aufliegt, entsteht eine sehr dauerhafte, dampfoffene Oberfläche:
- Dampfoffen — Wasserdampf kann durch die Schicht entweichen, sodass die Farbe nicht abblättert
- Starke Haftung — die Farbe verschmilzt mit dem Stein, statt lose darauf zu liegen
- Wasserabweisend, aber atmungsaktiv — Regenwasser dringt nicht ein, die Wand bleibt aber atmungsaktiv; das begrenzt Feuchtigkeit, Schimmel und Moos
- Farbecht — die anorganischen Pigmente sind sehr farb- und UV-beständig
- Matte, kalkartige Optik — passend zu historischen und mineralischen Fassaden
Anwendung
- Fassadensanierung — über Ziegel, Kalksandstein, Beton und bestehenden mineralischen Putz
- Denkmäler — geschätzt, weil die dampfoffene Wirkung zu alten, feuchteempfindlichen Mauern passt
Zu beachten
- Der Untergrund muss mineralisch, sauber und tragfähig sein; auf einer alten, geschlossenen Kunststoff- oder Dispersionsschicht haftet Silikatfarbe nicht gut
- Nicht in der prallen Sonne, bei Frost oder auf nassem Untergrund arbeiten
- Rechne für einen Fassaden-Silikatanstrich grob mit 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter inklusive Vorbehandlung und Arbeit; der Preis hängt vom Zustand des Untergrunds ab
Verwandte Begriffe
- Fassadenputz
- Fassadensanierung
- Kalk
- Luftkalk
- Atmen
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.