Betonkorrosion, auch als Betonrot bezeichnet, ist ein Schadensprozess, bei dem die Stahlbewehrung im Inneren des Betons zu rosten beginnt, sich dadurch ausdehnt und den umgebenden Beton von innen heraus absprengt. Das Ergebnis sind abplatzende Betonstücke, sichtbare Rostflecken und freiliegende Bewehrungsstähle — ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko und ein häufiges Problem bei älteren Bauwerken.
Ursachen
Die Hauptursache für Betonkorrosion ist die Karbonatisierung. Dabei dringt Kohlendioxid aus der Luft langsam in den Beton ein und senkt dessen pH-Wert. Normalerweise schützt der hohe pH-Wert des Betons (um 12,5) den Stahl vor Rost durch eine sogenannte Passivschicht. Sobald die Karbonatisierungsfront die Bewehrung erreicht, wird diese Schutzschicht zerstört und der Stahl beginnt zu korrodieren.
Weitere Ursachen sind:
- Zu geringe Betondeckung: Wenn die Betonschicht über der Bewehrung zu dünn ist, erreicht die Karbonatisierung den Stahl schneller.
- Risse im Beton: Durch Risse kann Wasser und Luft direkt an die Bewehrung gelangen.
- Chlorideinwirkung: Streusalz oder Meeresluft beschleunigen die Korrosion erheblich.
- Mangelhafte Betonqualität: Poröser Beton mit hohem Wasser-Zement-Wert ist anfälliger.
Anwendung und Prävention
Betonkorrosion zu erkennen und zu verhindern ist sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung wichtig:
- Im Neubau: Achten Sie auf ausreichende Betondeckung (mindestens 25 bis 40 mm, je nach Bauteil und Expositionsklasse), verwenden Sie hochwertigen Beton und vermeiden Sie Risse durch korrekte Bewehrungsführung.
- Bei Bestandsgebäuden: Prüfen Sie regelmäßig auf Rostflecken, Abplatzungen oder Risse. Kleine Schäden können mit Reparaturmörtel behoben werden. Bei größeren Schäden muss der beschädigte Beton abgetragen, die Bewehrung entrostet und mit Korrosionsschutz behandelt sowie neuer Beton aufgetragen werden.
Verwandte Begriffe
- Betondeckung
- Bewehrung
- Karbonatisierung
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