Ein Odeon (griechisch odeion, “Singhalle”) ist ein kleines, überdachtes Theater der griechischen und römischen Antike, errichtet für Musikaufführungen, Gesangswettbewerbe und Vorträge. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für Lied ab. Später wurde der Begriff auch auf Konzertsäle und Lichtspielhäuser übertragen, weshalb er bis heute an Fassaden auftaucht.
Unterschied zu Theater und Amphitheater
| Odeon | Theater | Amphitheater | |
|---|---|---|---|
| Grundriss | Halbrund, kleiner | Halbrund | Oval oder rund |
| Dach | Überdacht | Offen | Offen |
| Fassungsvermögen | Klein, Hunderte bis wenige Tausend | Groß | Sehr groß |
| Nutzung | Musik, Gesang, Vortrag | Schauspiel | Spiele, Kämpfe |
Das Dach ist das unterscheidende Merkmal. Es macht den Saal für gesprochenes Wort und Musik geeignet, weil der Klang gehalten statt abgestrahlt wird.
Baulicher Aufbau
- Cavea — die ansteigenden, halbrunden Sitzreihen, oft in einen Hang gebaut
- Orchestra — die halbrunde Fläche vor der Bühne
- Scaenae frons — die gebaute Bühnenrückwand, die als Klangkörper wirkte
- Dach — eine hölzerne Dachkonstruktion oder ein steinernes Gewölbe; die mögliche Spannweite bestimmte die maximale Saalgröße
Genau diese Spannweite erklärt, warum ein Odeon deutlich kleiner ist als ein Freilufttheater: Ein Dach von mehreren Dutzend Metern Spannweite war mit den damaligen Holzkonstruktionen die Obergrenze.
Akustik
Das Prinzip dieser Säle ist bis heute gültig:
- Ansteigende Sitzreihen — jede Reihe hat freie Sicht und damit einen freien Schallweg zur Quelle
- Harte, glatte Rückwand — reflektiert den Schall in den Saal
- Kompakte Form — kurze Wege halten den Direktschall stark gegenüber dem Nachhall
Verwandte Begriffe
- Amphitheater
- Theater
- Cavea
- Akustik
- Antike Baukunst
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