Ein Ochsenauge, französisch oeil-de-boeuf, ist ein kleines rundes oder ovales Fenster. Es wird vor allem in Dachflächen, kleinen Gauben, Giebeln und über Türen eingesetzt — dort, wo ein rechteckiges Fenster nicht passt oder zu dominant wirken würde.
Woher kommt die Form?
Der französische Begriff bedeutet wörtlich “Ochsenauge”. Populär wurde die Form im französischen Barock und Klassizismus des 17. und 18. Jahrhunderts, wo das runde oder ovale Fenster als Akzent in Mansarddächern und Attiken diente. In Mitteleuropa findet man Ochsenaugen unter anderem in Giebeln und Dächern von Herrenhäusern und Stadtpalais.
Anwendung
- In der Dachfläche oder Gaube — ein kleines Rundfenster mit eigenem Dächlein darüber
- Im Giebel — als Licht- und Lüftungsöffnung des Dachraums
- Über einem Eingang — als rundes oder ovales Oberlicht
- In einer geschlossenen Wand — mitunter als Blendnische ohne Glas, rein als Fassadenschmuck
Ochsenauge, Okulus oder Fensterrose?
| Begriff | Merkmal |
|---|---|
| Ochsenauge | Klein, rund oder oval, meist hoch in Dach oder Giebel |
| Okulus | Rund, auch großformatig; auch die Öffnung im Kuppelscheitel |
| Fensterrose | Großes gotisches Rundfenster mit Maßwerk |
Praktische Hinweise
- Abdichtung in der Dachfläche — ein rundes Dachfenster braucht einen rundum schließenden Anschluss oder ein vorgefertigtes Eindichtset; hier entstehen die meisten Undichtigkeiten
- Rahmen als Sonderanfertigung — runde und ovale Rahmen sind immer Maßarbeit. Rechnen Sie mit einem deutlich höheren Preis als bei einem rechteckigen Fenster gleicher Glasfläche
- Lüftung — viele Ochsenaugen sind Festverglasung; wenn Sie lüften möchten, wählen Sie bewusst einen Dreh- oder Klappflügel
- Genehmigung — bei einem Baudenkmal oder in einem Erhaltungsgebiet ist das Hinzufügen oder Ändern eines Dachfensters in der Regel genehmigungspflichtig
Verwandte Begriffe
- Okulus
- Dachfenster
- Gaube
- Fensterrose
- Oberlicht
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