Was ist ein Moodboard?

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Ein Moodboard ist eine geordnete Sammlung von Bildern, Farben, Materialmustern und Stichworten auf einer Fläche, mit der die gewünschte Stimmung und Richtung eines Entwurfs festgehalten wird, bevor gezeichnet oder gekauft wird. Es ist ein Kommunikationsmittel: Es macht sichtbar, was sich mit Worten nur schwer vermitteln lässt.

Im Bau- und Innenarchitekturbereich kommt es vor allem am Projektanfang zum Einsatz, zwischen Bauherr und Planer. “Warm und natürlich” bedeutet für jeden etwas anderes; zwanzig Bilder nebeneinander machen es konkret.

Zwei Arten

Digital. Eine Collage aus Fotos, Farbflächen und Referenzen, zusammengestellt in einem Präsentations- oder Entwurfsprogramm oder auf einer Sammelplattform. Leicht zu teilen und schnell anzupassen.

Physisch. Eine Platte oder Kiste mit echten Mustern: ein Fliesenstück, ein Holzmuster, eine Farbkarte, ein Stoffstück, ein Griff. Für die Materialwahl ist das mit Abstand die verlässlichste Variante — Farbe und Textur auf dem Bildschirm weichen immer von der Wirklichkeit ab.

Muster außerdem im Raum selbst und zu verschiedenen Tageszeiten beurteilen: Nordlicht, Abendsonne und Kunstlicht erzeugen einen völlig anderen Farbeindruck.

So entsteht ein brauchbares Moodboard

  • Eine Richtung wählen. Ein Moodboard mit fünf verschiedenen Stimmungen ist keine Entscheidung, sondern ein Katalog. Bewusst begrenzen
  • Mit Verhältnissen arbeiten. Zeigen, welches Material das Hauptmaterial ist und welche Akzente setzen. Eine verbreitete Faustregel aus der Innenarchitektur lautet rund 60 Prozent Grundfarbe, 30 Prozent Sekundärfarbe und 10 Prozent Akzent
  • Auch das Bestehende aufnehmen. Fotos des vorhandenen Bodens, der Fenster oder des Mauerwerks ergänzen, das bleibt. Das Neue muss daran anschließen
  • An das Licht denken. Die Lichtfarbe der Beleuchtung mit aufnehmen. Warmweiß um 2700 K und Neutralweiß um 4000 K verändern die Wirkung desselben Raums grundlegend
  • Maße ergänzen. Das Bild eines großen Lofts führt in die Irre, wenn der eigene Raum 3 mal 4 Meter misst
  • Zu jedem Bild notieren, worum es geht. “Wegen der Holzfarbe”, “wegen der Schrankaufteilung” — sonst wird das Bild als Ganzes übernommen
  • Ehrlich zum Budget sein. Keine Materialien aufnehmen, die außer Reichweite liegen; das führt später nur zu Enttäuschung

Ein Moodboard ersetzt keine Zeichnung. Es hält die Stimmung fest; Maße, Konstruktion und Detaillierung gehören in den Entwurf und in die Leistungsbeschreibung.

Verwandte Begriffe

  • Innenarchitektur
  • Materialkonzept
  • Farbkonzept
  • Vorentwurf
  • Bedarfsplanung
  • Minimalismus

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