Ein Kiesnest ist eine örtliche Fehlstelle im gegossenen Beton, bei der die groben Körner (Kies) nicht vollständig mit Zementmörtel umhüllt sind, sodass offene Hohlräume zwischen dem Kies zurückbleiben. Der Beton ist an dieser Stelle porös, weniger fest und feuchtigkeitsempfindlich.
Wie entsteht ein Kiesnest?
Kiesnester entstehen vor allem durch unzureichende Verdichtung oder durch Entmischung des Betons. Häufige Ursachen sind:
- Ungenügendes Rütteln — der Beton ist nicht gut verdichtet, sodass Luft und Hohlräume zurückbleiben
- Zu steifer Beton — eine zu geringe Verarbeitbarkeit füllt die Schalung nicht vollständig
- Entmischung — bei zu großer Fallhöhe trennen sich Kies und Zementmörtel
- Dichte Bewehrung — der Kies gelangt nicht zwischen die Stäbe
- Undichte Schalung — Zementleim läuft aus und lässt nackten Kies zurück
Folgen und Reparatur
Kiesnester sind Schwachstellen im Bauteil. Sie verringern die Druckfestigkeit und die Betondeckung der Bewehrung, wodurch Korrosion und Betonschäden drohen. Kleine Nester werden ausgestemmt und mit Reparaturmörtel geschlossen; große Fehlstellen können zur Ablehnung der Arbeit führen.
Vorbeugen beginnt mit guter Verarbeitbarkeit, sorgfältigem Verdichten und einer dichten, sauberen Schalung.
Verwandte Begriffe
- Beton
- Betonmörtel
- Verdichten
- Betondeckung
- Betonschaden
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