Ein Kalkofen ist ein Ofen, in dem Kalkstein bei hoher Temperatur gebrannt wird. Beim Brennen entweicht Kohlendioxid aus dem Stein, und es bleibt Branntkalk (Calciumoxid) zurück. Dieser gebrannte Kalk ist der Rohstoff für Kalkmörtel, Kalkputz und Kalkschlämme. Der Kalkofen ist damit ein Schlüsselglied in der traditionellen Herstellung von Baukalk.
Wie funktioniert es?
Kalkstein (Calciumcarbonat) wird im Ofen auf etwa 900 Grad erhitzt. Bei dieser Temperatur zerfällt der Stein in Branntkalk und Kohlendioxid; dieser Vorgang heißt Brennen oder Kalzinieren. Der Branntkalk wird danach außerhalb des Ofens mit Wasser zu Löschkalk gelöscht, der verarbeitbaren Form. Es gibt verschiedene Ofentypen:
- Feldofen — ein einfacher, provisorischer Stapelofen, in dem Kalkstein und Brennstoff Lage um Lage geschichtet und einmalig (chargenweise) gebrannt wurden
- Schacht- oder Ringofen — ein gemauerter Ofen, der kontinuierlich durchbrennen konnte, mit höherer und gleichmäßigerer Ausbeute
Anwendung
Kalköfen waren jahrhundertelang unentbehrlich, wo Kalkstein oder Muscheln verfügbar waren. Viele historische Kalköfen sind als Industriedenkmal erhalten.
Zu beachten
- Die Eigenschaften von Kalkmörtel und Kalkputz gehen auf diesen Brennvorgang zurück
- Branntkalk reagiert heftig mit Wasser — historisch ein gefährlicher Arbeitsschritt
Verwandte Begriffe
- Kalk
- Löschkalk
- Kalkmörtel
- Bindemittel
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