Ein Hufeisenbogen ist ein Bogen, dessen Krümmung mehr als einen Halbkreis umfasst, sodass sich der Bogen unter seinem breitesten Punkt wieder nach innen krümmt und die Öffnung unten schmaler ist als in der Mitte. Die Form erinnert dadurch an ein Hufeisen.
Merkmale
- Kämpfer über dem breitesten Punkt — der Bogen beginnt sich erst nach dem Halbkreis zu schließen
- Einschnürung unten — die lichte Öffnung ist schmaler als die Bogenmitte
- Oft auf Säulen — mit einem Kämpfer oder Kapitell auf den Säulen
Der Hufeisenbogen kann rund (halbrund oben) oder spitz (mit einer Spitze) sein.
Herkunft und Bedeutung
Der Hufeisenbogen ist vor allem aus der maurischen und islamischen Architektur der Iberischen Halbinsel und Nordafrikas bekannt. Ein berühmtes Beispiel ist die Mezquita, die große Moschee von Córdoba, mit ihren Reihen doppelter Hufeisenbögen. Auch in der westgotischen Baukunst kam die Form bereits vor.
Anwendung
- Arkaden — Reihen von Bögen auf Säulen in Moscheen und Palästen
- Tore und Portale — als schmückender Eingang
- Fenster und Nischen — als dekorativer Rahmen
- Neomaurische Stile — auf die historische Form zurückgreifend
Der Hufeisenbogen ist vor allem ein Zier- und kulturprägendes Element, trägt aber wie jeder Bogen auch Last zu den Auflagern ab.
Verwandte Begriffe
- Bogen
- Rundbogen
- Spitzbogen
- Arkade
- Neomaurisch
- Kämpfer
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