Das Hallenhaus ist einer der ältesten Bauernhaustypen, bei dem der Wohn- und der Wirtschaftsteil unter einem durchlaufenden Dach liegen. Es bildet die Grundlage vieler späterer Bauernhausformen.
Merkmale
Kennzeichnend ist ein hohes, breites Mittelschiff, die “Halle” oder “Diele”, mit niedrigeren Seitenschiffen zu beiden Seiten. Die Konstruktion ruht auf einer Reihe von Ankerbalkengebinden: Holzgebinden, bei denen ein Querbalken die Ständer zusammenhält. Der Wohnteil lag meist vorne, während Diele bzw. Stall und die Heulagerung hinten lagen.
Da Mensch, Vieh und Ernte unter einem Dach zusammenkamen, war das Hallenhaus wirtschaftlich und ließ sich durch die Wärme des Viehs gut temperieren. Das breite Mittelschiff bot Platz, um mit einem Wagen hineinzufahren und abzuladen.
Anwendung
Das Hallenhaus kommt vor allem im Osten und Norden der Niederlande sowie in Norddeutschland vor. Der Typ ist der Stamm, aus dem sich spätere Bauernhausformen entwickelten, etwa das Los Hoes und der Kop-Hals-Rumpf-Hof. Viele erhaltene Beispiele sind heute denkmalgeschützt oder werden als Wohnhaus genutzt, wobei die ursprüngliche Gebindekonstruktion oft sichtbar bleibt.
Verwandte Begriffe
- Gebinde
- Ankerbalkengebinde
- Diele
- Mittelschiff
- Bauernhaus
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