Ein Gleitanker ist ein Verbindungsanker, der zwei Bauteile miteinander koppelt, aber gleichzeitig eine begrenzte Bewegung in einer Richtung zulässt. Der Anker überträgt Kräfte quer zur Verbindung, während er sich in Längsrichtung frei verschieben kann. So werden Verformungen durch Temperatur, Schwinden und Setzung aufgenommen, ohne dass schädliche Spannungen entstehen.
Wie funktioniert ein Gleitanker?
Ein gewöhnlicher Anker verbindet zwei Teile starr. Beim Gleitanker sitzt ein Ende in einem Schlitz, einer Hülse oder einem Gleitrohr. Dadurch kann sich der Anker in Längsrichtung bewegen, während er quer dazu Halt gibt. Das Prinzip ähnelt einem Gleitlager, jedoch als punktförmige Verbindung.
Anwendung
Gleitanker werden dort eingesetzt, wo sich Bauteile gegeneinander bewegen müssen:
- Dehnfugen — der Gleitanker verbindet beide Teile, ohne die Bewegung zu blockieren
- Zweischalenmauerwerk — die Außenschale dehnt sich anders als die Innenschale; Gleitanker halten Abstand und lassen Bewegung zu
- Fassadenbekleidung — Vorsatzschalen werden mit Gleitankern an der Tragkonstruktion befestigt
- Betonfertigteile — Elemente, die auf Temperatur reagieren
Zu beachten
- Die Gleitrichtung bewusst wählen: quer dazu muss der Anker fest verankern
- Der Schlitz oder die Hülse braucht genug Spiel für die erwartete Bewegung
- Rostfreies Material verwenden, besonders im Schalenraum und außen
Verwandte Begriffe
- Anker
- Dehnfuge
- Zweischalenmauerwerk
- Gleitfolie und Gleitlager
- Maueranker
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