Ein Geotube ist ein großer, schlauchförmiger Behälter aus durchlässigem Geotextil, der vor Ort mit Sand oder Schlick gefüllt wird und im Wasserbau als Baukörper für Uferschutz, Deiche und Dämme dient.
Der Geotube wird als leerer Schlauch angeliefert und an seinem Einsatzort mit einem Wasser-Feststoff-Gemisch (Suspension) befüllt. Durch die Poren des Geotextils entweicht das Wasser, während die festen Bestandteile – Sand, Schlick oder Baggergut – im Inneren zurückbleiben. Auf diese Weise entsteht ein massiver, stabiler Körper, der zugleich entwässert wird.
Funktionsweise
Das Prinzip beruht auf der Filterwirkung des Geotextils:
- Das Füllmaterial wird als Suspension eingepumpt
- Das überschüssige Wasser tritt durch die Textilporen aus
- Die Feststoffe verdichten sich und bilden einen festen Körper
- Nach der Entwässerung ist der Geotube form- und lagestabil
Anwendung
Geotubes werden vor allem im Küsten- und Wasserbau eingesetzt:
- Uferschutz und Küstensicherung gegen Erosion und Wellenschlag
- Kern oder Fuß von Deichen und Dämmen
- Buhnen und Wellenbrecher zur Sedimentsteuerung
- Entwässerung (Dewatering) von Baggergut und Klärschlamm
- Temporäre Fangedämme bei Arbeiten im Wasser
Vorteile sind die schnelle Bauweise, die Verwendung von örtlich vorhandenem Füllmaterial und die Wiederverwertung von Baggergut.
Verwandte Begriffe
- Geotextil
- Uferschutz
- Deich
- Wasserbau
- Drainage
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.