Ein Dreiviertelstein ist ein Ziegel, der so abgeschlagen wurde, dass er nur noch drei Viertel seiner ursprünglichen Länge hat. Dreiviertelsteine werden im Mauerwerk verwendet, um Verbände an Ecken, Laibungen und bei Versprüngen sauber abschließen zu können.
Abmessungen
Beim normalen Mauerziegel (NF: 240 × 115 × 71 mm) ergibt der Dreiviertelstein:
- Länge — ca. 180 mm (drei Viertel von 240)
- Breite — gleich dem ganzen Stein (115 mm)
- Höhe — gleich dem ganzen Stein (71 mm)
Weitere Steinmaße:
- Viertelstein (Quartier) — 1/4-Stein, ca. 60 mm lang
- Halber Stein — 1/2-Stein, ca. 120 mm lang
- Klisklezoor — eine diagonale Variante für spezielle Verbände
So entsteht ein Dreiviertelstein
Auf der Baustelle werden Dreiviertelsteine mit der Maurerkelle oder dem Steinmetzhammer vom Maurer aus einem ganzen Stein gespalten. In modernen Ziegelfabriken sind sie auch als Fertigpaket zu bestellen, besonders bei farbnuancierten Verblendziegeln, wo eine saubere Bruchfläche gewünscht ist.
Anwendung
Dreiviertelsteine kommen in nahezu jedem Mauerverband vor:
- Kreuzverband — ein Dreiviertelstein schließt die Ecke ab, sodass die Stoßfugen schön versetzt bleiben
- Flämischer Verband — die Ecke wird mit einem Dreiviertelstein begonnen
- Stehender Verband — schließt Laibungen von Fenstern und Türen sauber ab
- Laibungen und Außenecken — bei Mauerkanten
- Reparaturen — beim Einfügen in bestehendes Mauerwerk
Unterschied zum Viertelstein
Ein Viertelstein ist 1/4 (kurzes Köpfchen), während ein Dreiviertelstein 3/4 der ursprünglichen Länge ist. Beide dienen dazu, den Versatz im Mauerverband aufzulösen, jedoch an unterschiedlichen Stellen. Ein erfahrener Maurer wechselt geschickt zwischen ganzen Steinen, halben Steinen, Viertelsteinen und Dreiviertelsteinen, um ein stehendes Mauerwerk im Verband zu halten.
Verwandte Begriffe
- Viertelstein
- Ziegel
- Mauerverband
- Kreuzverband
- Flämischer Verband
- Stoßfuge
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