Was ist druckfeste Dämmung?
Druckfeste Dämmung ist Dämmmaterial, das dauerhaft Druckbelastung aufnehmen kann, ohne sich nennenswert zu verformen, etwa unter Bodenaufbauten, Flachdächern oder Gründächern. Die Druckfestigkeit wird in kPa oder N/mm² angegeben und entscheidet über den Einsatzbereich.
Wie wird die Druckfestigkeit geprüft?
Sie wird in einem normierten Versuch ermittelt, in dem die Dämmung um 10 % gestaucht wird. Die zugehörige Spannung ist die Druckfestigkeit. Üblicherweise unterscheidet man:
- Kurzzeit-Druckfestigkeit — bei schneller Belastung
- Langzeit-Druckfestigkeit (Kriechen) — über die Lebensdauer
- Belastbarkeit in Schichten — bei mehrlagiger Verlegung
Verbreitete Materialien mit typischen Werten:
- EPS 100 bis EPS 300 — 100 bis 300 kPa, Boden- und Dachdämmung
- XPS — 300 bis 700 kPa, hochbelastete Böden und Kellerwände
- PIR/PUR — 120 bis 175 kPa Standard, höhere Klassen erhältlich
- Schaumglas — bis 1600 kPa, sehr hohe Druckfestigkeit
- Mineralwolle druckfest — meist 60 bis 80 kPa, für Flachdächer
Anwendung
- Bodendämmung — unter Estrichen und in Erdgeschossböden
- Flachdächer — unter Kies, Plattenbelag oder Gründach
- Kellerwände und Bodenplatten — XPS oder Schaumglas im Erdkontakt
- Parkdächer und Terrassen — hohe Belastung durch Fahrzeuge oder Beläge
- Frostschürzen — druckfeste Dämmung am Fundamentrand
Hinweise
- Produkt mit ausreichender Langzeit-Druckfestigkeit wählen, nicht nur kurzzeitig
- Dämmung dicht stoßen, sonst entstehen Wärmebrücken und Setzungen
- Punktlasten auf zu weicher Dämmung vermeiden
- Kombination aus Wärme- und Druckbelastung berücksichtigen
- Druckfeste Dämmung ist meist teurer — gezielt einsetzen
Verwandte Begriffe
- Dämmung
- Bodendämmung
- PIR
- Dachelement
- Bodenplattendämmung
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