Ein Dreilicht ist ein Fenster oder eine Fassadenöffnung, die durch zwei vertikale Pfosten in drei nebeneinander liegende Lichtöffnungen geteilt ist. Das Wort ‘Licht’ bezeichnet hier das Glasfeld; drei Lichter bedeuten also drei Felder. Die Form findet sich häufig in monumentalen Fassaden und in modernen Ausführungen als breite Schaufensteranlage.
Formen des Dreilichts
- Symmetrisches Dreilicht — drei gleich breite Felder, oft mit einem festen Mittelfeld
- Asymmetrisches Dreilicht — Mittelfeld breiter als die zwei Seitenfelder, oder umgekehrt
- Palladiofenster — Mittelfeld höher und bogenförmig, Seitenfelder niedriger mit gerader Abdeckung
- Diokletianisches Fenster — eine halbrunde Variante mit drei Feldern, aus den römischen Thermen abgeleitet
- Bandfenster — ein liegendes Dreilicht, durchgehend über die Fassade
Historischer Kontext
Das Dreilicht ist ein klassisches Motiv aus der römischen und Renaissance-Architektur. Andrea Palladio (16. Jh.) machte das symmetrische Motiv in seinen Villen berühmt. In holländischen Treppengiebeln und englischen Landhäusern wurde das Dreilicht oft über einem Eingang oder im zentralen Giebel platziert.
Anwendung
Dreilichter werden eingesetzt bei:
- Klassischen Fassaden — als zentraler Akzent über der Haustür
- Kirchenbau — Dreilichter in der Apsis oder dem Querschiff
- Modernen Wohnhäusern — als breite Fassadenöffnung mit Türen oder festen Glasflächen
- Erkern — ein Dreilicht in einem vorspringenden Bauteil
- Bürofassaden — oft in einem wiederkehrenden Rhythmus über die Fassade
Konstruktive Aspekte
- Sturz und Oberschwelle — müssen die Last über die gesamte Breite tragen
- Zwischenpfosten — können tragend sein oder nur die Glasfelder trennen
- Bewegliche Teile — oft nur die Seitenfelder dreh- oder kippbar, mit festem Mittelglas
- Glasdicke — bei großen Feldern oft Verbundsicherheits- oder Einscheibensicherheitsglas
Verwandte Begriffe
- Rahmen
- Fenster
- Oberlicht
- Empirefenster
- Kreuzstockfenster
- Palladiofenster
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