Eine durchgehende Auflagerung ist ein Auflager, bei dem ein Träger oder eine Decke nicht am Auflagerpunkt endet, sondern darüber hinweg in das nächste Feld führt. Im Gegensatz zum einfach gelagerten Träger, der an jedem Auflager gelenkig aufliegt, wird die Konstruktion als durchlaufender Träger statisch günstiger.
Unterschied zur einfachen Auflagerung
Der konstruktive Unterschied liegt in der Biegemomentenverteilung:
- Einfach gelagert — Momente am Auflager sind null; in Feldmitte ist das Moment maximal
- Durchgehend — über dem Auflager entsteht ein negatives Stützmoment; das Feldmoment in der Mitte wird kleiner
Ein durchlaufender Träger ist dadurch steifer und biegt sich weniger durch. Vor allem bei zwei oder mehr Spannweiten ergibt sich erhebliche Materialersparnis.
Konstruktive Eigenschaften
Bei der Bemessung sind mehrere Aspekte wichtig:
- Obere Bewehrung — im Stahlbetonbau ist im Bereich des Auflagers oben Zug, daher zusätzliche Bewehrung
- Biegesteifigkeit — der gesamte Träger wirkt zusammen
- Setzungsempfindlich — sinkt ein Zwischenauflager, entstehen große Spannungen
- Querkraft — über dem Auflager ist die Querkraft maximal
Anwendung
Durchgehende Auflagerungen finden sich in vielen Bauwerken:
- Betondecken — Elementdecken oder Hohldielen über mehreren Unterzügen
- Stahlträger — HEA-Profile über mehreren Stützen
- Brücken — durchlaufende Brückenüberbauten über mehreren Pfeilern
- Holzrahmenbau — durchgehender First- oder Pfettenträger
Punkte zu beachten
- Gute Einspannung sicherstellen — sonst verhält sich der Träger wie einfach gelagert
- Mit Umlagerung rechnen — bei ungleichmäßiger Belastung verschieben sich die Momente
- Bewehrung detaillieren — ausreichende Übergreifungslängen beidseitig des Auflagers
Verwandte Begriffe
- Auflager
- Durchbiegung
- Bewehrung
- Einspannung
- Biegefestigkeit
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