Was ist die Nachbehandlung von Beton?

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Nachbehandlung ist die Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen verhindert wird, dass die Oberfläche frisch eingebrachten Betons zu früh austrocknet. Zement braucht Wasser, um zu erhärten. Verdunstet dieses Wasser aus der obersten Schicht, bevor die Hydratation weit genug fortgeschritten ist, bleibt die Betondeckung porös, schwach und sandend — ausgerechnet die Schicht, die die Bewehrung vor Korrosion schützen soll.

Warum das so wichtig ist

Der Kern des Problems ist, dass der Schaden unsichtbar bleibt. Eine schlecht nachbehandelte Bodenplatte sieht nach einer Woche normal aus, aber die Randzone ist durchlässig geworden für Wasser, Chloride und CO₂. Die Folgen sind Sanden, frühe Karbonatisierung, Frühschwindrisse und langfristig Bewehrungskorrosion. Untersuchungen zeigen, dass die zu erwartende Nutzungsdauer erheblich sinkt, wenn statt der vorgeschriebenen Dauer nur ein bis drei Tage nachbehandelt wird.

Verfahren

  • Abdecken mit Folie — günstig und wirksam, sofern die Folie dicht anliegt und nicht wegweht; auf Fleckenbildung durch Kondenstropfen achten
  • Feuchte Jute oder Vliese — durchgehend feucht halten; sie dürfen nicht abwechselnd nass und trocken werden
  • Besprühen oder Fluten — für Bodenplatten geeignet, aber nie mit kaltem Wasser auf warmen Beton: Der Temperaturunterschied erzeugt Risse
  • Nachbehandlungsmittel (Curing Compound) — ein aufgesprühter Film, der die Verdunstung bremst. Verträglichkeit mit späteren Beschichtungen prüfen
  • In der Schalung belassen — die Schalung ist selbst eine gute Nachbehandlung; nicht früher ausschalen als nötig und nach dem Ausschalen sofort abdecken

Wie lange nachbehandeln?

Die europäische Ausführungsnorm DIN EN 13670 arbeitet mit den Nachbehandlungsklassen 1 bis 4. Klasse 1 ist eine feste Dauer von zwölf Stunden; die Klassen 2, 3 und 4 sind an das Erreichen von 35 %, 50 % beziehungsweise 70 % der charakteristischen 28-Tage-Druckfestigkeit an der Oberfläche gebunden. Die erforderliche Zeit hängt von Zementart, Betonzusammensetzung und Temperatur ab: Bei Kälte dauert es länger, nicht kürzer.

Zu beachten

  • Sofort beginnen. Die Nachbehandlung startet, sobald die Oberfläche kein Wasser mehr absondert, nicht erst am nächsten Morgen
  • Wind ist schlimmer als Sonne. Die Verdunstung wird vor allem durch Windgeschwindigkeit und niedrige Luftfeuchte bestimmt; Windschutz aufstellen
  • Frost. Unter etwa 5 °C kommt die Festigkeitsentwicklung weitgehend zum Erliegen; junger Beton muss dann auch thermisch geschützt werden
  • Geglättete Böden. Hier folgt die Nachbehandlung unmittelbar auf das Flügelglätten

Verwandte Begriffe

  • Hydratation
  • Curing Compound
  • Schwindriss
  • Betondeckung
  • Schalung

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