In der Bodenmechanik verteilt sich die Gesamtspannung im Boden auf zwei Anteile: den Porenwasserdruck in den Poren und die wirksame Spannung (den Korndruck) zwischen den Körnern. Die wirksame Spannung ist maßgebend für die Festigkeit und die Setzung des Bodens.
Die drei Spannungen
- Gesamtspannung (σ) — der gesamte Druck in einer bestimmten Tiefe, verursacht durch das Gewicht des darüberliegenden Bodens und etwaige Lasten.
- Porenwasserdruck (u) — der Druck des Grundwassers in den Poren zwischen den Körnern.
- Wirksame Spannung, Korndruck (σ′) — der Anteil der Spannung, der über die Kornkontakte übertragen wird.
Der Zusammenhang ist die klassische Formel von Terzaghi:
- σ′ = σ − u
Die wirksame Spannung ist also die Gesamtspannung minus dem Porenwasserdruck.
Warum ist das wichtig?
Nur die wirksame Spannung sorgt für Festigkeit und Steifigkeit des Bodens; Wasser kann keine Scherspannung aufnehmen. Das erklärt wichtige Praxisfälle:
- Wasserhaltung — senkt den Porenwasserdruck, wodurch die wirksame Spannung steigt und der Boden zusätzlich absackt (Setzung um Baugruben).
- Aufschüttung — zusätzliches Bodengewicht erhöht zunächst den Porenwasserdruck; erst wenn dieses Wasser abfließt, steigt die wirksame Spannung und es tritt Setzung ein (Konsolidierung).
- Hydraulischer Grundbruch — wird der Porenwasserdruck zu hoch, verschwindet die wirksame Spannung und der Boden verliert seine Tragfähigkeit.
Verwandte Begriffe
- Bodenmechanik
- Grundwasserstand
- Setzung
- Wasserhaltung
- Tragfähigkeit
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