Eine Verpressinjektion ist das Einbringen von Vergussmörtel (einem dünnen Zementmörtel oder Injektionsmittel) unter Druck in Boden, Gestein, Mauerwerk oder Hohlräume, um diese zu füllen, zu verfestigen oder abzudichten. Der Mörtel fließt in Poren, Risse und Hohlräume und bildet nach dem Erhärten eine feste, tragende oder dichtende Masse.
Ziele der Verpressinjektion
- Bodenverbesserung — das Füllen der Poren zwischen Sand- oder Kieskörnern, wodurch der Boden fester und weniger durchlässig wird
- Abdichtung — das Verschließen von Rissen und Fugen, sodass kein Wasser mehr durchfließt (etwa in Baugrubensohlen)
- Hohlraumverfüllung — das Auffüllen von Hohlräumen unter Böden, in Kaimauern oder in altem Mauerwerk
- Fundamentsanierung — das Verfestigen des Bodens unter einem gesetzten Fundament
- Kompensationsinjektion — das gezielte Injizieren während Tunnel- oder Bohrarbeiten, um Setzungen darüberliegender Gebäude auszugleichen
Ausführung
Der Mörtel wird über Injektionsrohre oder gebohrte Löcher (Injektionslanzen) unter kontrolliertem Druck eingebracht. Wichtige Punkte sind:
- Injektionsdruck — zu hoher Druck kann den Boden anheben oder aufreißen
- Mörtelzusammensetzung — Dünnflüssigkeit und Erhärtungszeit werden auf Bodenart und Ziel abgestimmt
- Kontrolle — Injektionsverlauf und aufgenommene Menge werden erfasst
Die Verpressinjektion ist eine Spezialarbeit, die vor allem von spezialisierten Gründungs- und Injektionsfirmen ausgeführt wird.
Verwandte Begriffe
- Vergussmörtel
- Verpressanker
- Bodenverbesserung
- Fundamentsanierung
- Injektionsmörtel
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